Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur

News-Details Editorial Februar

von Astrid Dose
Energiebunker Wilhelmsburg (Hamburg Media Server)
Energiebunker Wilhelmsburg (Hamburg Media Server)

Auch bei der letzten Ausschreibung für Onshore-Windparks liegt die Beteiligung der Gebotsabgaben zum wiederholten Male deutlich unter dem ausgeschriebenen Windparkvolumen. Ab 2020 wird eine erhebliche Kapazität der Windparkleistung von Anlagen, die bis zum Jahr 2000 gebaut wurde, aus der EEG-Förderung fallen und wahrscheinlich teilweise stillgelegt werden. Bei der Offshore-Windenergie werden 2019, 2020 und 2021 kaum noch neue Projekte gebaut – einige werden noch fertig gestellt. Bei der Solarenergie liegt der Ausbau schon seit etlichen Jahren unter dem eigentlichen Zubauziel. Bei der Bioenergie ist die Stagnation schon seit 2010 sichtbar: hier werden in den kommenden Jahren deutliche Kapazitäten verloren gehen.

Dieses Gesamtbild sollte für große Unruhe in Berlin sorgen müssen, tut es aber nicht. Das Ausbaupfad für die Erneuerbaren im Stromsektor, das noch von der vorherigen Bundesregierung festgelegt wurde, wird damit nicht annähernd erreichbar sein. Ganz zu schweigen von dem ambitionierteren Ausbauziel von 65% in 2030, das die amtierende Bundesregierung großspurig angekündigt, aber noch nicht mit einem Ausbaupfad versehen hat. Und diese 65% sollen auch die Sektorenkopplung für die künftigen Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen ermöglichen.

Es ist an der Zeit, dass auf der politischen Ebene alle Alarmglocken schrillen: wenn sich nichts ändert, liegt die Energiewende in Deutschland für die nächsten drei bis fünf Jahren in Schockstarre, und auch die Sektorenkopplung wird ein frommer Wunsch bleiben. Der Weg hin zum Ausbau der Erneuerbaren wird vielschichtig sein müssen: Genehmigungsverfahren in den Bundesländern sollten zügiger laufen, Ausbaurestriktionen durch Abstandsregelungen („10H“) abgeschafft werden, und der Netzausbau muss als echte Chefsache mit höchster Priorität vorangebracht werden. Vor Allem aber muss das Thema durch die Bundesregierung mit mehr Dringlichkeit und Ambition verfolgt werden. Vielleicht folgen aktuell auch so viele deutsche Schüler dem Vorbild der schwedischen Greta Thunberg in den „Fridays for Future“, da sie merken, dass sich dringend etwas ändern muss und „nach uns die Sintflut“ kein Lebensmotto mehr sein kann?

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