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News-Details Langfristige Perspektive für Wasserstoff- und Offshore-Wind in Norddeutschland gefordert

von Astrid Dose

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies im EEHH-Interview

Niedersachsen Umweltminister Olaf Lies (Holger Holleman/dpa)
Niedersachsen Umweltminister Olaf Lies (Holger Holleman/dpa)

Aufbau einer heimischen Wasserstoff-Industrie in Norddeutschland

„Mit der neuen nationalen Wasserstoffstrategie bin ich nur bedingt zufrieden. Erstens hat die Entwicklung viel zu lange gedauert. Zweitens ist sie sehr mit Bedacht geschrieben und mit wenig Mut“, erläuterte Olaf Lies, „wir brauchen endlich einen Markt mit deutlichen Marktanreizen in Norddeutschland, auch wenn das anfänglich mit hohen Kosten verbunden sein wird.“ Außerdem plädierte er dafür, schnell die Regulatorik zu verändern, damit es nicht nur einige wenige Vorzeige-Projekte, sondern viele Projekte gebe, die sich zukünftig auch rechneten.

„Norddeutschland ist die Energieregion der Zukunft. Das Tor zur Welt kann Energie importieren und exportieren. Wir müssen das Klimaschutzthema als Impuls für den Wiederaufbau nach Corona nutzen“, forderte Olaf Lies mit Nachdruck. Der studierte Ingenieur unterstrich die Bedeutung einer heimischen Wasserstoff-Industrie. Das aktuelle Corona- Konjunkturprogramm der Bundesregierung sieht unter anderem eine „Nationale Wasserstoffstrategie“ und die Schaffung von Wasserstoff-Produktionsanlagen mit einer Gesamtkapazität von fünf Gigawatt bis 2030 vor. Beispielsweise soll auch der Einsatz von grünem Wasserstoff in Flugzeugantrieben gefördert werden.

Langfristige Perspektive für Offshore-Windenergie

„Natürlich bin ich froh, dass das ‚Windenergie-auf-See-Gesetz‘ geändert werden soll. Allerdings hat es meiner Meinung nach viel zu lange gedauert. 20 Gigawatt alleine lösen bei mir keine Freude aus. Wir brauchen endlich eine langfristige Perspektive, sodass zwei Gigawatt pro Jahr neu gebaut werden können. Außerdem kommen wir bald ins Repowering alter Anlagen“, führte Olaf Lies aus. Zudem plädierte er dafür, die Ausschreibungsmodalitäten vom Gesetz zu entkoppeln und auf „Contracts for Differences“ zu setzen, die im angelsächsischen Raum bereits üblich seien. Genau wie eine neue Wasserstoff-Industrie benötige auch die Offshore-Windindustrie einen heimischen Markt.

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