Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur

News-Details Messeneuheit:

von Astrid Dose

Offshore-Windenergieanlage mit 20 Prozent gesteigertem Jahresenergieertrag

Offshore-Windenergieanlage SG 8.0-167 DD von Siemens Gamesa Renewable Energy
Offshore-Windenergieanlage SG 8.0-167 DD von Siemens Gamesa Renewable Energy

Ein neuer Gigant für den Hochseewindstrom: Satte 20 Prozent Mehrertrag schafft die neue Offshore-Windenergieanlage SG 8.0-167 DD, mit der Siemens Gamesa vor wenigen Wochen die Fachwelt auf der Messe WindEurope in Amsterdam verblüffte. Dabei unterscheidet sich der Koloss kaum von seinem Vorgänger: Hauptunterschied ist der neue Rotor mitseinem Durchmesser von 167 Metern und Flügeln, die fast 82 Meter lang sind. Während die Blattspitzen mit Geschwindigkeiten von über 300 Kilometer pro Stunde durch die Luft zischen, kann eine einzige dieser Anlagen rund 8.000 durchschnittliche europäische Haushalte mit Strom versorgen. Am Tag der Produktvorstellung meldete der Hersteller zugleich einen Großauftrag: Vattenfall will das größte Offshore-Windkraftwerk der Ostsee, das dänische Kriegers Flak Projekt, mit 72 der neuen 8-Megawatt-Anlagen ausrüsten. Für das niederländische Projekt Borssele 1&2 des Betreibers Ørsted stehen weitere 94 Anlagen in den Orderbüchern für die neue Windturbine. Maschinenhäuser der Anlage werden ab 2020 im Siemens Gamesa Werk Cuxhaven montiert.

Schnelle Markteinführung dank kombinierter Praxis- und Labortests

Indem bewährte Komponenten genutzt werden, verkürzt sich die Entwicklungszeit erheblich. Die meisten Baugruppen entsprechen dem Vorgängermodell SWT-7.0-154. Bereits im Januar 2017 wurde ein erster Prototyp der 8-MW-Klasse im dänischen Østerild errichtet und in Betrieb genommen. Während ein Testprogramm mit Schwerpunkt elektrisches System auf diesem Prototypen andauert, wird Siemens Gamesa 2018 einen weiteren SG 8.0-167 DD Prototypen in Østerild erreichen. Mit seinem größeren Rotor dient er hauptsächlich der Erprobung der Rotorblätter. Bereits 2020 soll die SG 8.0-167 DD serienreif sein. Um die Markteinführung zu beschleunigen, hat Siemens Gamesa eine Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IWES in Bremerhaven begonnen. In dem Institut soll zusätzlich zu den hausinternen Testprogrammen und den Prototyp-Erprobungen das Maschinenhaus Leistungstests durchlaufen. Sie werden im institutseigenen, hochmodernen „Dynamic Nacelle Testing Laboratory (DyNaLab)“ vorgenommen. Das umfassende Testprogramm, das unter anderem Lastsimulationen und Netzverträglichkeitsprüfungen umfasst, soll bereits im Frühjahr beginnen und bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Mit hochmodernen Produktionsmethoden gegen den Preisdruck

Nicht nur die direkt angetriebene Windenergieanlage, sondern die gesamte Fertigungs- und Logistikkette trimmt Siemens Gamesa auf höchste Effizienz. So entsteht die neue Anlage im Werk Cuxhaven, das mit modernster Digitaltechnik seine Warenströme steuert. Um teure Straßentransporte zu vermeiden, wird in unmittelbarer Näher zur Hafenkante produziert. Selbst Kranarbeiten hat Siemens Gamesa hier gestrichen: Eine Verladerampe und ein spezielles Ro/Ro-Transportschiff ermöglichen schnelles und sicheres Rollen der Anlagenkolosse mit Schwerlasttransportern. Die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung sind notwendig, um dem steigenden Kostendruck im Markt zu begegnen. Schon 2024 werden in Deutschland erstmals Offshore-Windkraftwerke errichtet, die sich ohne Zuschüsse alleine über den Verkauf des produzierten Stroms finanzieren. Niedrige Kosten, höchste Zuverlässigkeit und hocheffiziente Prozesse sind daher bei den Windturbinen und allen anderen Gewerken notwendig, um solche Projekte für Betreiber zu einer lohnenden Investition zu machen.

„Mit der Einführung unserer SG 8.0-167 DD unterstreichen wir unsere Fortschritte bei der Industrialisierung im Offshoremarkt“, sagt Andreas Nauen, der neue CEO Offshore bei Siemens Gamesa. „Mit dem vergrößerten Rotor profitieren unsere Kunden von erhöhten Erträgen bei mäßigen Windgeschwindigkeiten. Dank der Flexibilität unserer Produktplattform für direkt angetriebene Offshore-Anlagen senken wir die Stromgestehungskosten (LcoE) weiter und vermeiden zugleich Risiken.“

 

 

Zurück