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"Wir bauen eine Brücke zwischen technischen Innovationen und Ökologie" Interview mit dem neuen EEHH-Vorstandsmitglied Jörg Spitzner

Jörg Spitzner, neues EEHH-Vorstandsmitglied

EEHH: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl in den EEHH-Vorstand! Mit welcher Motivation haben Sie sich aufgestellt? Was möchten Sie bewegen?

Jörg Spitzner: "Die Erhöhung der EU-Treibhausgasminderungsziele, von zuvor 80– 95 Prozent auf jetzt Netto-Null-Emissionen für das Jahr 2050 erfordern deutliche politische Korrekturen. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie und dem Hamburger Koalitionsvertrag sind einige Maßnahmen artikuliert worden, welche ich insbesondere durch meine Mitarbeit unterstützen möchte. Dazu gehören die Einbindung des EEHH-Clusters in den Aufbau des Wasserstoff-Clusters und die Unterstützung der DAC-Technologien im Rahmen der Sektorenkopplung mit Power-to-X Projekten, da das Netto-Null Ziel der EU nur durch direct-air-capture (DAC) erreicht werden kann, um die unvermeidlichen Restemissionen zu kompensieren."

EEHH: Sie haben relativ frisch Ihr neues Institute for Climate Neutral Mobility and Production (icnmp) gegründet. Welche Ziele verfolgt diese Einrichtung?

Jörg Spitzner: "Das icnmp widmet sich als wissenschaftliches Institut der großen gesellschaftlichen Herausforderung, die im Pariser Klimaschutzabkommen;vereinbart wurden: der Dekarbonisierung. Das Forschungsziel sind technische Innovationen, die gleichzeitig unsere ökologische Lebensgrundlage sichern. Technischer Fortschritt im Einklang mit der Natur. Unser Slogan lautet: 'engineering a climate positive future - reduce, avoid & capture carbondioxid'. Wir bauen eine Brücke zwischen technischen Innovationen und Ökologie. Weitere neue Deponien für die kommenden Generationen können wir uns nicht leisten."

EEHH: Worin sehen Sie die Stärken und Potenziale der Metropolregion Hamburg im Bereich erneuerbaren Energien?

Jörg Spitzner: "Durch unseren großen Anteil an erneuerbaren Energien in Norddeutschland und auch deren volatile Energiespitzen haben wir die besten Voraussetzungen eine Drehscheibe für die Wasserstoffwirtschaft aufzubauen. Wasserstoff kann als Energieträger und Energiespeicher eine erneuerbare Energieversorgung stabilisieren. Der Hamburger Hafen bietet dafür die Logistik. Des Weiteren ist Hamburg der drittgrößte Luftfahrstandort der Welt. Die Flugzeugindustrie benötigt als Brückentechnologie bis zu klimaneutralen Flugzeugen mit Wasserstoffantrieb, kurzfristig große Mengen grüne Kraftstoffe wie eKerosin, welche auf Basis des Wasserstoffs synthetisiert werden können. Für die Schiffahrt sind ebenfalls grüne Kraftstoffe, wie z.B. Methanol gefragt. Hamburg ist hier dafür hervorragender Standort."

Über Astrid Dose

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Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes. Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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