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Weltleitmesse erstmals mit großem Energiespeicher-Special

Weltleitmesse erstmals mit großem Energiespeicher-Special
HH Messe und Congress

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Energiewende: Auf der WindEnergy Hamburg werden in einer eigenen Halle innovative Speichertechnologien vorgestellt.  

Netzstabilität ist eine der größten Herausforderungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Wenn Windenergieanlagen mehr Strom produzieren, als das Netz aufnehmen kann, werden sie abgeschaltet – und die Betreiber erhalten Ausgleichzahlungen. 2024 wurden dafür in Deutschland knapp 600 Millionen Euro fällig, in Großbritannien war es mit einer Milliarde Pfund sogar doppelt so viel. Herrscht dagegen Flaute, springen fossile Kraftwerke an, um den Strombedarf zu decken. Die Lösung des Problems: intelligente Stromspeichertechnologien.

Mit dem neuen Expo-Bereich Energy Storage in einer eigenen Halle (A2) rückt die WindEnergy Hamburg das Thema besonders in den Fokus. Präsentiert werden auf rund 3.600 Quadratmetern unter anderem Batteriegroßspeicher und wegweisende Technologien zur intelligenten Steuerung. „Wir freuen uns, dass wir mit dem neuen Expo-Bereich Energy Storage eine zentrale Plattform für Experten, Unternehmen und Innovatoren schaffen, um gemeinsam die Energieversorgung von morgen aktiv zu gestalten“, sagt Andreas Arnheim, Director WindEnergy Hamburg.

Enormes Wachstum, viel Potenzial

Die Marktentwicklung ist spektakulär: So hat sich weltweite Batteriekapazität von weniger als 1 GW im Jahr 2013 auf heute über 155 GW erhöht. Die jährlichen Investitionen in Speicheranlagen erreichten 2024 rund 60 Milliarden US-Dollar, Tendenz: weiter steigend. Nach Einschätzung von Experten wären 1.500 GW an Speicherkapazität erforderlich, um den geplanten Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2030 zu flankieren. Allein für Deutschland beziffert eine Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme den Bedarf an Speicherkapazität für 2030 auf 104 Gigawattstunden –  das wäre gegenüber dem Stand Ende 2025 eine Vervierfachung. „Ein modernes Stromsystem muss Angebot und Nachfrage in Echtzeit ausbalancieren. Jetzt braucht es also eine Politik, die Netze, Speicher und die dynamische und flexible Interaktion von Energieangebot und -nachfrage in den Mittelpunkt stellt“, sagt Bundesumweltminister Carsten Schneider.

Geballtes Know-how, führende Player

Der neue Expo-Bereich auf der WindEnergy Hamburg greift diese Forderung auf und wird dabei von starken Partnern unterstützt: Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES), Europas führender Maschinenbauverband VDMA, der Bundesverband WindEnergie (BWE) und Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) gestalten auch die hochkarätig besetzten Konferenzen auf der Energy Storage Stage in Halle A2.

Namhafte Akteure entlang der Wertschöpfungskette im Bereich Speicher haben sich bereits Ausstellungsflächen gesichert. Aus China ist etwa Sungrow Energy vertreten, ein Spezialist für Wechselrichter und Batterien im industriellen Maßstab. Der deutsche Anbieter Intillion präsentiert Stromspeicher-Komplettlösungen für den gesamten Lebenszyklus. Entrix liefert KI-basierte Vermarktungslösungen für Betreiber von Batteriespeichern. Und mit Leoch Battery aus Singapur ist ein weltweit führender Anbieter von fortschrittlichen Technologien für Batterie- und Energiemanagement vor Ort. Dessen Expertise umfasst Battery Energy Storage Systems (BESS) ebenso wie nachhaltige Recyclinglösungen für eine grünere Zukunft. Speziell für die Anforderungen des europäischen Markts ist der modulare FlexCombo 2.0 AC Block konzipiert, den das chinesische Unternehmen Cubenergy soeben vorgestellt hat. Es erlaubt die Anpassung an sich weiterentwickelnde Netzanforderungen und damit eine skalierbare Projektentwicklung.  

Gewaltige Dimensionen, technische Finessen

Das weltweit erste BESS, das ans Übertragungsnetz angeschlossen ist und umfassende Netzstabilitätsdienstleistungen bereitstellt, befindet sich im schottischen Blackhillock. Europas größter Batteriespeicher dient als Puffer für drei große Offshore-Windparks und liefert 300 MW Leistung bzw. eine Speicherkapazität von 600 Megawattstunden (MWh). Nach Betreiber-Angaben spart das Projekt in 15 Jahren mehr als 2,6 Millionen Tonnen CO2 ein. Noch eine Nummer größer wird die „Gigabattery“, die der Energiekonzern LEAG auf einem zehn Hektar großen Gelände in der Lausitz plant: 1000 MW Leistung und eine Speicherkapazität von 4000 MWh – das entspricht der Strommenge, die 1,5 Millionen Haushalte in vier Stunden verbrauchen. Die Schaltanlage für den Anschluss ans Netz liefert Siemens Energy.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor moderner Energiespeichersysteme ist die intelligente Steuerung zentraler Betriebsparameter. Dazu gehört insbesondere der State of Charge (SOC) – gewissermaßen die „Tankanzeige“ des Speichers –, der eine Schlüsselrolle im Batteriemanagementsystem spielt. „Mit seiner Smart String Grid Forming ESS Plattform verfolgt Huawei einen ganzheitlichen Ansatz, der mehrere Dimensionen vereint – von hochpräziser SOC-Bestimmung und intelligenter Kalibrierung bis hin zu optimiertem Balancing und stabilen netzbildenden Eigenschaften“, sagt Mohammed Qudaih, Technical Director, Utility Smart PV & ESS Huawei FusionSolar Deutschland.
Für die Leistungsfähigkeit seines SOC-Algorithmus und das fortschrittliche Batteriemanagement wurde die Huawei ESS-Plattform vom TÜV Rheinland mit der weltweit höchsten Zertifizierung für SOC-Eigenschaften ausgezeichnet.
Der Expo-Bereich Energy Storage setze mit der Expertise der Akteure und der Innovationskraft der ausstellenden Unternehmen genau die richtigen Akzente, so Claus Ulrich Selbach, Vice President Exhibitions, Hamburg Messe und Congress: „Die WindEnergy Hamburg ist die internationale Leitmesse für die Windbranche – und mit dem neuen Schwerpunkt auf Energiespeichertechnologien erweitern wir unser Angebot gezielt um eine der drängendsten Fragen der Energiewende: die effiziente Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energien.“

Über Astrid Dose

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Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes. Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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von Astrid Dose