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Wegweisendes Energiekonzept in Hamburgs jüngstem Stadtteil Regenerative Wärme- und Kälteversorgung für Oberbillwerder

Wegweisendes Energiekonzept in Hamburgs jüngstem Stadtteil
Der neue Staddteil Oberbillwerder vereint mehrere innovative Ansätze, nicht nur bei der Wärmeversorgung. Copyright: ADEPT mit Karres + Brands / IBA Hamburg

Die Realisierung von Hamburgs 105. Stadtteil nimmt Formen an. Oberbillwerder mit seinen rund 118 Hektar Fläche und den geplanten bis zu 7000 Wohneinheiten soll komplett mit regenerativer Wärme versorgt werden. Die IBA Projektentwicklungs GmbH & Co. KG (IPEG) hat jetzt mit der Vergabe des Wärme- und Kältekonzessionsvertrags an die KpHG Kommunalpartner Hamburg GmbH (KpHG) eine sichere, nachhaltige und ressourcenschonende Wärme- und Kälteversorgung für diesen neuen Stadtteil als ehrgeiziges Ziel festgesetzt.

 

100 % erneuerbar

Für die Vergabe der Wärmeversorgung von Oberbillwerder hatte die IPEG hohe Qualitätskriterien aufgestellt, die mit diesem innovativen Konzept erreicht und teilweise sogar übererfüllt werden. Das Konzept setzt zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien. Bis zu 90 Prozent davon lassen sich vor Ort erzeugen. Dadurch kann eine klimaneutrale und CO2-freie Wärmeversorgung für die zukünftigen Bewohner:innen von Oberbillwerder sichergestellt werden. Das Wärmenetz liefert dann sowohl Heizwärme als auch Warmwasser für den neuen Stadtteil.  

 

Sozialverträglich

Gleichzeitig wurde darauf geachtet, dass die Wärme bezahlbar sein soll, denn ein Ziel in der Entwicklung von Oberbillwerder ist es, Wohnraum für Menschen mit unterschiedlichen Einkommen zu schaffen. Dies ist insbesondere durch das weitestgehend unabhängige und autarke Konzept möglich, welches zu 90 Prozent auf Umweltwärme, Abwärme und die Kopplung des Wärme- und Kältenetzes basiert und somit eine hohe Versorgungssicherheit und Preisstabilität garantiert.

 

Wärmepumpen als zentrales Element

Das Konzept der KpHG zur Wärme- und Kälteversorgung des neuen Quartiers basiert auf Wärmepumpen, die sowohl die Umweltwärmequelle Luft sowie, in Zusammenarbeit mit unserem städtischen Partner Hamburg Wasser, die verfügbare Abwasserwärme zur Versorgung der Haushalte nutzen werden. Etwa 2/3 des Wärmebedarfs werden über die Abwasser-Wärmepumpe abgedeckt. Biomethan-Kessel sowie eine Power-to-Heat Anlage werden dem Versorgungskonzept zur Redundanz- und Spitzenlastabdeckung hinzugefügt. Das Wärmenetz ist dabei als Niedrigtemperaturnetz ausgelegt, also mit einer Vorlauftemperatur von 60°C. Das Kältenetz hat eine Vorlauftemperatur von 6°C.

 

Grüner Strom durch PV

Für die Deckung des für die Wärmeversorgung benötigten Stroms wird aktuell noch ein Konzept für die Nutzung von PV-Anlagen auf geeigneten Dach- und Freiflächen erarbeitet. Hierfür wollen wir lokale Potenziale heben. Für die privaten Baufelder steht es grundsätzlich jeder Investorin und jedem Investor frei, die Stromversorgung für das entsprechende Baufeld selbst zu lösen. Insbesondere aufgrund der Solaranlagenpflicht des HmbKliSchG, werden aber wohl vermehrt PV-Anlagen angedacht. Dort können auch weitere Überlegungen für die lokale Nutzung und Vermarktung, wie bspw. Mieterstrommodelle Anwendung finden, allerdings hängt dies stark von der zukünftigen Nutzung des Gebäudes sowie den Investorinnen und Investoren ab.

 

Intelligente Flächennutzung

Aufgrund der Vielzahl an geplanten Anlagen ist ein modulares und flexibles Aufwachsen der Wärmeversorgung über die lange Realisierungsdauer von Oberbillwerder in enger Kopplung mit dem Städtebau möglich. Auch das Thema der geringen Flächenverfügbarkeit, welches insbesondere in neu zu realisierenden Stadtentwicklungsprojekten immer wichtiger wird, wird durch die multicodierten (mehrfach genutzten) Flächen im Konzept der Wärmeversorgung berücksichtigt, z.B. auf den Dächern der Energiezentralen, wo neben den geplanten Anlagen für die Wärmeversorgung auch Grün- und Retentionsdächer möglich sind.

 

Mehr Infos zum innovativen Stadtteil finden Sie hier: www.oberbillwerder-hamburg.de

 

IBA Hamburg/IPEG: Die IBA Hamburg GmbH ist eine 100%ige Tochter der Freien und Hansestadt Hamburg. Von 2006-2013 war sie mit der Konzeption, Durchführung und Abwicklung der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg beauftragt. Seit 2014 ist die IBA Hamburg GmbH als Stadtentwicklungsgesellschaft für die Entwicklung neuer Quartiere in Hamburg tätig.

Anfang 2018 hat der Hamburger Senat eine neue Entwicklungsgesellschaft, die IBA Projektentwicklungs GmbH & Co.KG (IPEG), eingerichtet, um die Realisierung von Oberbillwerder durchzuführen.

 

KpHG Kommunalpartner Hamburg GmbH: Die KpHG Kommunalpartner Hamburg GmbH (KpHG) ist eine 100%ige Tochter der Hamburger Energiewerke GmbH. Sie wurde 2021 mit dem Ziel gegründet, innovative und ressourcenschonende Energieversorgungslösungen für die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) sowie ihre Behörden und Unternehmen zu entwickeln und zu realisieren. Damit kann sie einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der städtischen Klimaschutzziele leisten.

Über die Autorin

Von Lina Boysen, IBA Hamburg, Projektmanagerin Energie und Umwelt

Bildcredits: IBA Hamburg / Bente Stachowske