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Sichere und effiziente Energiewende braucht Verlässlichkeit: Industrie mahnt klaren Rahmen an Februar-Ausschreibung Windenergie an Land
Die Bundesnetzagentur hat Ende März das Ergebnis der Ausschreibung vom Februar für Windenergie an Land veröffentlicht. Mit einem Ausschreibungsvolumen von rund 3.445 MW (Megawatt) und einem Gebotsvolumen von 7.858 MW ist diese Ausschreibung erneut deutlich überzeichnet. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert sinkt mit 5,54 ct/kWh weiter gegenüber dem Wert aus der letzten Ausschreibungsrunde im November 2025 mit 6,06 ct/kWh um fast 9 Prozent bzw. dem aus dem Februar 2025 mit 7 ct/ kWh um knapp 21 Prozent innerhalb von nur einem Jahr.
Zum Ergebnis der Ausschreibung sagt Dr. Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer VDMA Power Systems:
"Mit über 25% an Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland ist Windenergie an Land Sicherheitsanker auch in einer schwierigen geopolitischen Lage. Damit die Ziele der
Bundesregierung inklusive des angekündigten zusätzlichen Volumens von 12 Gigawatt erreicht werden, braucht es einen verlässlichen politischen Rahmen, der die Projektrealisierung sowie sichere Investitionen der Industrie ermöglicht. Die sinkenden Zuschlagswerte sind der Beweis: Windenergie an Land senkt Stromkosten und erhöht die Unabhängigkeit von importierten Brennstoffen und damit die Souveränität Deutschlands und Europas. Die europäische Windindustrie ist wettbewerbsfähig und innovativ, liefert und ist ein Konjunkturfaktor in schwieriger wirtschaftlicher Gesamtlage."
„Noch immer fehlt Klarheit zur bevorstehenden EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket. Für Investitionsentscheidungen ist ein sicherer Rahmen unverzichtbar. Jede zusätzliche
Unsicherheit bremst nicht nur den Ausbau, sondern gefährdet auch die industrielle Wertschöpfung, die auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen ist. Die notwendige
politische Debatte mit allen relevanten Stakeholdern muss jetzt Fahrt aufnehmen – die Branche kann konkrete Lösungen einbringen. Klar bleibt: Neben dem weiter ambitionierten
Ausbau der Windenergie hat der zügige Netzausbau höchste Priorität.“
„Die physische und digitale Sicherheit aller ans Stromnetz angeschlossenen Energieanlagen muss konsequent gestärkt werden. Fernzugriffe für Wartung und Steuerung dürfen nicht zum Einfallstor für Manipulation oder Spionage werden. Dafür braucht es rasch verbindliche Vorgaben. Die Bundesregierung hat eine Sicherheitsstrategie sowie ein
Cyberabwehrstärkungsgesetz angekündigt – jetzt kommt es auf eine zügige Umsetzung an. Großbritannien hat mit jüngsten Entscheidungen zur nationalen Sicherheit Klarheit
geschaffen. Diesen Mut zu Sicherheit erwarten wir auch von der Bundesregierung.“
„Die Windindustrie liefert. Sie kann ihre deutschen, europäischen und globalen Produktionskapazitäten flexibel an eine steigende Nachfrage anpassen. Voraussetzung für
Investitionen und Wertschöpfungsimpulse sind ein verlässlicher Ausbau und Investitionssicherheit.“