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Sektorenkopplung in der Praxis: Projekt „Grenzland Energie Kompakt“
Die Grenzland Bürgerenergie eG setzt sich für eine nachhaltige, regionale und unabhängige Energieversorgung in Schleswig-Holstein ein. Als Bürgerenergie Genossenschaft engagiert sie sich insbesondere für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Entwicklung einer zukunftsfähigen Wasserstoffwirtschaft. Ziel ist es, die Energiewende aktiv voranzutreiben, CO₂-Emissionen zu reduzieren und die regionale Wertschöpfung zu stärken.
Ein zentrales Vorhaben der Genossenschaft ist das Projekt „Grenzland Energie Kompakt“ in Westre an der dänischen Grenze. Dort wird die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette an einem Standort abgebildet – von der Erzeugung über die Speicherung und den Transport bis hin zur Nutzung. Der benötigte Strom stammt aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Solarenergie und wird mittels Elektrolyse in grünen Wasserstoff umgewandelt.
Auf dem Betriebsgelände in Westre befinden sich bereits 2-Megawatt-Elektrolyseure sowie eine Wasserstofftankstelle. Im Laufe des Jahres 2026 werden die Anlagen durch zwei weitere 1-Megawatt-Elektrolyseure erweitert. Damit entsteht ein leistungsfähiges Zentrum für die Produktion und Bereitstellung von grünem Wasserstoff in der Region.
Der erzeugte Wasserstoff ist sowohl an der Tankstelle als auch über die Containerabfüllstation in Westre erhältlich. Bei Bedarf kann er zudem in transportfähigen Bündeln an Kunden geliefert werden. Neben dem Wasserstoffprojekt engagiert sich die Grenzland Bürgerenergie auch im Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen und Windenergieprojekten.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie die sogenannte Sektorenkopplung in der Praxis funktioniert: Überschüssiger Strom aus Wind- und Solaranlagen wird nicht abgeregelt, sondern durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert. Dadurch kann erneuerbare Energie flexibel für Mobilität, Industrie und weitere Anwendungen genutzt werden. Die Grenzland Bürgerenergie leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer nachhaltigen Energieinfrastruktur und positioniert Nordfriesland als Vorreiterregion für grünen Wasserstoff.