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Neuer Wärmespeicher im Energiepark Tiefstack Kohleausstieg im laufenden Betrieb
Der Wärmespeicher ist ein Baustein des Energieparks Tiefstack. Der neue Erzeugerpark soll die bisherige Steinkohleverfeuerung im Heizkraftwerk Tiefstack ablösen und gemeinsam mit dem Energiepark Hafen den Kohleausstieg für Hamburg bis spätestens 2030 besiegeln. Die erforderliche Transformation des Standorts Tiefstack erfolgt im laufenden Betrieb des Heizkraftwerks.
Der modular aufgebaute Erzeugerpark Energiepark Tiefstack umfasst Strom- und Wärmeerzeugung am Kraftwerksstandort Tiefstack sowie weitere klimaneutrale Wärmequellen aus Abwärme und Umweltwärme. Der neue Wärmespeicher ist ein zentraler Baustein des Energieparks Tiefstack. In seiner Funktion ähnelt er einer Thermoskanne: Überschüssige Wärme des Energieparks wird darin zwischengespeichert und beim entsprechenden Wärmebedarf zeitversetzt wieder abgegeben.
Parallel zum Bau des Wärmespeichers passen die Hamburger Energiewerke die Hydraulik am Standort mit neuen Leitungen, Pumpen und Wärmetauschern an. Über die Hydraulik werden die zentralen Anlagen präzise gesteuert und abgesichert sowie der Wärmespeicher mit den Erzeugungsanlagen verbunden. Durch die neue Hydraulik wird außerdem die Einspeiseleistung des Standortes ausgebaut, um die erzeugte Wärme – also große Mengen heißes Wasser – im Stadtnetz nutzen zu können. Gemeinsam machen Wärmespeicher und Hydraulik die Wärme des Energieparks flexibel nutzbar und tragen so zur Versorgungssicherheit bei.
Der Wärmespeicher soll Ende 2027 fertiggebaut sein. Gemäß Planungsstand geht er zusammen mit der Hydraulik im ersten Halbjahr 2029 in Betrieb.
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Wir legen heute buchstäblich das Fundament für Hamburgs Wärme der Zukunft und gehen den nächsten konsequenten Schritt Richtung Klimaneutralität. Der neue Wärmespeicher ist das flexible Herzstück für den Energiepark Tiefstack: Wie eine gigantische Thermoskanne macht er grüne Wärme für unsere Stadt nutzbar und sichert die Versorgung ab. Im Energiepark schaffen wir die Voraussetzungen, um die Steinkohle endgültig abzulösen und den Kohleausstieg bis spätestens 2030 umzusetzen.“
Michael Prinz, Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke: „Sei es im Hafen oder in Tiefstack, mit unseren Wärmespeichern nimmt die Wärmewende in Hamburg sichtbar Gestalt an. Sie schaffen die technische Grundlage, um Wärme flexibel einzusetzen und die Versorgung jederzeit zu gewährleisten. Mit dem heutigen Baustart für den Wärmespeicher in Tiefstack wird die Standortorttransformation und damit auch der Energiepark noch konkreter.“
Erste klimaneutrale Wärmequellen des Energieparks Tiefstack sind bereits in Betrieb. So binden die Hamburger Energiewerke bereits Abwärme aus der Müllverwertung und Industrieabwärme ein. Für die industrielle Abwärme ist außerdem ein Wärmespeicher auf der Peute im Einsatz.
Neben dem neuen Wärmespeicher werden auf dem Gelände des Heizkraftwerks, das seit 1993 besteht, zwei weitere Projekte als Teil des Energieparks realisiert. Dazu zählen eine Flusswasser-Wärmepumpe in der Billwerder Bucht sowie die Umrüstung der bisherigen Feuerungsanlagen des Heizkraftwerks von Steinkohle auf Gas. Beide Projekte befinden sich derzeit in der Planungsphase.
Beide Projekte, Wärmespeicher und Hydraulik, werden aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie aus Mitteln der Europäischen Union unterstützt.
Zahlen und Fakten
Wärmespeicher Standort Tiefstack
- Höhe: 51 Meter, Außendurchmesser: 35 Meter
- Volumen: ca. 43 Millionen Liter Wasser
- Wassertemperatur: 98 Grad Celsius
Energiepark Tiefstack
- Wärmeerzeugungskapazität: über 1.000 Megawatt
- Anteil klimaneutrale Wärmequellen in der Wärmeerzeugung: 65 Prozent
- CO2 Einsparung im Jahr: 340.000 Tonnen