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"Metropolregion Hamburg bietet enormes Potential für grüne Wasserstoffwirtschaft"

Vestas A/S

EEHH: Welches Potenzial bietet die Metropolregion Hamburg für den Aufbau einer „grünen“ Wasserstoffwirtschaft?

Claas Hülsen: "Die Metropolregion Hamburg hat ein enormes Potential hinsichtlich einer grünen Wasserstoffwirtschaft. Zahlreiche Industrien sind in der Region angesiedelt, die für eine Dekarbonisierung auf H2 angewiesen sind. Ferner ist die Transportlogistik mit dem Hamburger Hafen als zentralem Hub und Anbindungen über Schiene, Pipeline und Straße weit ausgebaut. Auf dieser bestehenden Basis ist es möglich, eine neue grüne Wasserstoffwirtschaft zu etablieren – man sollte dabei auch nicht zu klein denken – mit den richtigen Schritten kann der Wirtschaftsstandort Metropolregion Hamburg sehr profitieren. Nicht zuletzt, weil geologisch in der Region auch ein enormes Speicherpotential für importierten Wasserstoff besteht. Wichtig wird es sein, dass sehr viele Akteure am gleichen Strang ziehen und der notwendige politische Rahmen auf Bundes- und Länderebene gesetzt ist."

Im Interview

Profilbild zu: Claas Hülsen

Claas Hülsen ist Business Development Director Advisory Region CEMED und Prokurist Energy Systems bei DNV und tritt als Speaker bei der diesjährigen Powerfuels Conference auf.

EEHH: Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wasserstoffwirtschaft (Stichworte: Ausbau der erneuerbaren Energien, Regulatorik, Wirtschaftlichkeit)?

Claas Hülsen: "In der Anfangsphase mit Sicherheit zunächst der Förderrahmen und die Beteiligung von möglichst vielen Akteuren an in sich geschlossenen Konzepten. Wir sprechen hier ja über nicht weniger als die Kopplung verschiedener Sektoren, die bislang nebeneinander standen – Strom und molekülgebundenes Geschäft. Dabei ist die Bereitstellung von H2 direkt bis zum Verbrauch essenziell.

Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien ist für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland ebenso notwendig. Aber wir dürfen uns auch nichts vormachen – das heimische Produktionspotential wird aller Wahrscheinlichkeit nach sehr schnell hinter dem Bedarf zurückfallen. Deshalb ist es heute schon sehr wichtig das Thema international anzugehen, damit der Import auch über die Region erfolgen kann. Langfristig ist klar – Wasserstoff wird in unserer Region nicht zu den niedrigsten Preisen erzeugt werden können. Wir brauchen die erneuerbaren Energien insbesondere für die Stromerzeugung – aber eben auch strategisch, um unsere Wasserstoffwirtschaft zu etablieren. Hier darf man auch in der Politik nicht zu dogmatisch sein. Nur wenn es uns gelingt, im Heimatmarkt die Technik und den Markt zu entwickeln, können wir mittelfristig einen strategischen Vorteil erreichen."

EEHH: Wie beurteilen Sie die Potenziale für die Synergien aus H2 und Offshore-Wind?

Claas Hülsen: "DNV hat sich schon sehr frühzeitig mit diesem Thema befasst. Aufgrund der hohen Vollaststunden ist eine an Offshore Wind gekoppelte Wasserstoffproduktion in unseren Breiten die wirtschaftlichste Form der H2 Erzeugung. Zudem – je größer der Abstand von der Küste ist, desto attraktiver wird ein Transport von Molekülen gegenüber einem kabelbezogenen Transport. Klar wird hier technisch an verschiedenen Stellen Neuland betreten – ich denke aber, es ist sehr sinnvoll, wenn wir diese Technologie in Deutschland als Vorreiter entwickeln, denn weltweit ist das Potential für die Technologie sehr groß."

Vielen Dank für Ihre Zeit und die spannenden Antworten!

Melden Sie sich jetzt noch an für die dena Powerfuels Conference am 23.6.:

https://www.powerfuels.org/newsroom/veranstaltungen/2021/annual-conference-connecting-powerfuel-hubs-23rd-june/

Über die Autorin

Profilbild zu: Astrid Dose

Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes.

Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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