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HY-5: Gemeinsame Sache für grünen Wasserstoff

HY-5: Gemeinsame Sache für grünen Wasserstoff

Die Wirtschaftsförderorganisationen der norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben sich zur grünen Wasserstoffinitiative HY-5 zusammengeschlossen. Das gaben sie zum Start der WindEnergy Hamburg bekannt. Die neue Standortinitiative verfolgt das Ziel, Norddeutschland zur stärksten Zukunftsregion für grünen Wasserstoff im Herzen Europas zu machen und die Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff zu vervollständigen. Gemeinsam wollen die Bundesländer Synergien für die Standortkommunikation schaffen und Norddeutschland als Hotspot auf der europäischen Wasserstoff-Landkarte etablieren.

Eine aktuelle OECD-Studie bestätigt, dass Norddeutschland besonders für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft geeignet ist. So besitzt die Region einzigartige Standortvorteile zur Erzeugung erneuerbarer Energien und ein großes Abnahmepotenzial von grünem Wasserstoff – vor allen bei den ansässigen Industrieunternehmen. Die fünf Bundesländer vereint ein Höchstmaß an Erfahrung und Know-how im Bereich nachhaltiger Technologien und Energien sowie eine leistungsstarke Infrastruktur. Sie sind in Deutschland Vorreiter bei der Windenergie und haben den technischen Fortschritt in diesem Bereich maßgeblich mitgeprägt. Die so gewonnene Expertise soll nun im Schulterschluss mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Politik in die Herstellung und kommerzielle Nutzung grünen Wasserstoffs einfließen. Schon seit 30 Jahren wird in der Region an Wasserstofftechnologien geforscht und Initiativen auf Landesebene haben seit langem wichtige Netzwerke etabliert, die das Thema wirtschaftlich, wissenschaftlich und politisch vorantreiben.

Auf dem Weg zur grünen Wasserstoffwirtschaft 2035

Grüner Wasserstoff ist ein umweltfreundlicher Energieträger, der in Zukunft Öl und Gas ersetzen könnte. Er ist außerdem ein wichtiger Ausgangsstoff für die chemische Industrie. Wer hier erfolgreich ist, kann nachhaltig profitieren – bei der Dekarbonisierung der Wirtschaft, bei der Wettbewerbsfähigkeit und beim Strukturwandel, aber auch beim Klimaschutz. Darum will sich die Initiative dafür stark machen, dass sich weitere Unternehmen, Think Tanks, Forschungseinrichtungen und Start-ups in Norddeutschland ansiedeln, um so gemeinsam mit den Stakeholdern vor Ort Lösungen für grünen Wasserstoff zu entwickeln. Bis 2035 soll in Norddeutschland eine grüne Wasserstoffwirtschaft entstehen. Geplant ist laut Norddeutscher Wasserstoffstrategie, dass bereits 2025 mindestens 500 Megawatt Elektrolyseleistung zur Erzeugung von grünem Wasserstoff installiert sind, bis 2030 soll die Leistung auf mindestens fünf Gigawatt und somit um den Faktor 10 steigen.

Industrieabnehmer profitieren von starker Infrastruktur

In sechs von der Bundesregierung geförderten Reallaboren arbeiten Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Universitäten und Start-ups an zukunftsweisenden Wasserstoffprojekten, die Themenfelder wie die Dekarbonisierung der Industrie, Sektorenkopplung oder Elektrolyse beinhalten. Darüber hinaus punkten die norddeutschen Länder beim Thema Infrastruktur. Zu den Standortvorteilen zählen über ein Dutzend Seehäfen mit Logistik- und Importterminals, die ihre Kapazitäten für den Import von Wasserstoff ausbauen wollen.

Eine Wasserstoffpipeline, geologische Untergrundformationen wie Speicherkavernen und eine ausgebaute Erdgasnetzinfrastruktur bieten zudem beste Bedingungen für Zwischenspeicherung und Transport. Nicht zuletzt gibt es potenzielle Abnehmer in zahlreichen Schlüsselindustrien – die von der Stahlindustrie, der Chemieindustrie, der Automobilindustrie, dem Flugzeug- oder Schiffbau über die Medizintechnik und die Pharmaindustrie bis zur Lebensmittelindustrie reichen. Auch die Landwirtschaft bietet Abnahmepotenzial.

Norddeutschlands Spitzenforschung: Europas Denkfabrik für die Wasserstoffwirtschaft

Norddeutschland verfügt über eine hohe Dichte an exzellenter Forschung und Wissenschaft. Derzeit arbeiten im Radius von gut 200 Kilometern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an zwei Dutzend Universitäten und Fachhochschulen, über 20 Fraunhofer-Instituten, Helmholtz-Zentren,

den Energieforschungsverbünden oder der DLR. An der norddeutschen Wasserstoffstrategie sind mehrere hundert Unternehmen beteiligt: Global Player wie Siemens, Shell, Total, ArcelorMittal, Aurubis, Alstom, Continental, Salzgitter AG, Linde, VW, Bosch, MAN und EWE genauso wie innovative Start-ups und Spezialisten wie GP Joule, HYPION oder APEX Energy. All das macht Norddeutschland zu einer hoch qualifizierten Region, um von hier aus eine dynamische Wasserstoffwirtschaft aufzubauen und gleichzeitig zum Erreichen der Klimaschutzziele beizutragen.&60;

Leistungsstarkes Ökosystem aus Wirtschaft, Wissenschaft, Think Tanks und Start-ups

Schon lange belegen die norddeutschen Bundesländer in Sachen erneuerbarer Energie im bundesdeutschen Vergleich Spitzenplätze und sind einer der Treiber der Energiewende. Damit bieten sie gute Voraussetzungen, eine grüne Wasserstoffwirtschaft erfolgreich aufzubauen und einen europäischen Hub zu schaffen, der die Zukunftstechnologie nicht nur nutzt, sondern aktiv voranbringt. So werden attraktive Perspektiven für bereits ansässige Unternehmen sowie für neue Investoren geschaffen. Auf diese Weise entstehen hohe Anreize für Wertschöpfung, Innovationen und Wirtschaftswachstum, die den Ausbau qualifizierter Arbeitsplätze in der Region fördern. Eine grüne Wasserstoffwirtschaft ist damit auch integraler Bestandteil einer Wirtschaftspolitik, die auf Nachhaltigkeit setzt.

Begünstigt wird die ambitionierte Zielsetzung der Bundesländer durch besondere Standortvorteile zum Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft. In der Region, die so groß wie Dänemark und die Niederlande zusammen ist, leben 15 Millionen Menschen, die ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von mehr als 600 Millionen Euro erwirtschaften und damit den 7. Platz im EU-Länder-Ranking belegen würden. Norddeutschland liegt im Zentrum zukünftiger Wasserstoffmärkte entlang der europäischen Nord- und Ostseeküste. Auf 2.400 Küstenkilometern sichern zahlreiche On- und Offshore-Windenergieanlagen sowie eine hohe Anzahl von Solargeneratoren die Versorgung mit grüner Energie, von dem ein Teil aufgrund von Netzengpässen heute noch ungenutzt bleibt.

Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft und Innovation, Freie und Hansestadt Hamburg

„Wir arbeiten in Norddeutschland intensiv daran, die Wasserstoffwirtschaft der Zukunft aufzubauen. Durch den Ausbau dieser Schlüsseltechnologie aus erneuerbaren Quellen können wir in Hamburg die Dekarbonisierung der Industrie vorantreiben und gleichzeitig unsere Rolle als Europas führender Wirtschafts- und Innovationsstandort festigen. Schon jetzt entwickeln wir Wertschöpfungs- und Geschäftsmodelle für eine dekarbonisierte Industrie. Der Hamburger Hafen soll in Zukunft Europas Logistik Hub für grünen Wasserstoff werden, von dem Anwenderindustrien und Energiewirtschaft gemeinsam profitieren. Wir freuen uns, das Standortmarketing gemeinsam mit der Norddeutschen Wasserstoffallianz HY-5 anzugehen und damit die Zusammenarbeit in diesem Feld weiter auszubauen.“

Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung, WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH

„Weltoffenheit und Innovationswille, Unternehmergeist und Handelskunst bilden das Fundament wirtschaftlichen Erfolges in Bremen. Das Bundesland mit seinen Städten Bremen und Bremerhaven überzeugt mit Know-how in Kompetenzfeldern wie der Maritimen Wirtschaft und Logistik, Windenergie, Automotive sowie Luft- und Raumfahrt – und das international. Zahlreiche renommierte wissenschaftliche Institute haben sich in Bremen angesiedelt. In enger Kooperation mit der Wirtschaft werden neue Lösungen in die Praxis getragen. Wir bekennen uns klar zur Zukunftstechnologie Wasserstoff und zu einem starken norddeutschen Bündnis, mit dem wir gemeinsam mit unseren norddeutschen Nachbarländern um Ansiedlungen und Investitionen im Norden werben.“

Dr. Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr & Digitalisierung, Niedersachsen

„In Niedersachsen liegt das Potenzial, das es braucht, um in der Wasserstoffwirtschaft eine Spitzenposition zu übernehmen: Wir haben eine hohe Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien, die notwendige Infrastruktur für Speicherung, Transport und Verteilung von Wasserstoff sowie vielfältige Nutzungsmöglichkeiten in Energie, Mobilität und Industrie. Genau diese Stärken werden wir in eine Wasserstoffregion Norddeutschland einbringen.“

Dr. Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus, Schleswig-Holstein

„Norddeutschland ist bereits führend bei der Umsetzung der Energiewende. Der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft knüpft nahtlos daran an und eröffnet die Möglichkeit, gemeinsam die Pole Position in diesem Bereich einzunehmen. Mit Hy 5 haben bündeln wir unsere Kräfte und verdeutlichen das enorme Potenzial der Wasserstofftechnologie in unserer Region.“

Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Mecklenburg-Vorpommern

„Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselenergieträger der Energiewende. Der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft ist eine wirtschafts- und strukturpolitische Chance für die Küstenbundesländer. Diese sollten wir nutzen. Wichtig ist dabei, dass der Onshore- und Offshore-produzierte Strom aus nachhaltigen Energiequellen gespeichert werden kann. Darüber hinaus gilt es, diesen auch für andere Bereiche nutzbar zu machen. Hierzu zählen beispielsweise Industrie und Verkehr. Grüner Wasserstoff bietet Potential für mehr Wertschöpfung und für zukunftsfähige Arbeitsplätze.“

Über die Autorin

Profilbild zu: Astrid Dose

Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes.

Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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