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Gasspürer der Hamburger Energienetze unterwegs: 2.800 Kilometer Rohrleitungen bis Herbst zu prüfen
„Wir wollen, dass unser Gasnetz dicht und zuverlässig bleibt“, sagt Koordinator Stefan Kretschmer von den Hamburger Energienetzen. „Deshalb prüfen wir turnusmäßig sämtliche 7.800 Kilometer Gasleitungen in unserer Stadt. Damit gewährleisten wir eine sichere Versorgung und den Schutz der Umwelt.“ Das hochsensible Ansaug-Messgerät schlägt bereits bei einem Erdgas-Molekül pro Million Luftmoleküle Alarm. Schon bei detektierten kleinsten Gasmengen lokalisiert eine Reparaturkolonne sofort den Schaden und dichtet das Netz ab. Meist sind aber nicht Gasleitungsschäden der Grund für den Alarm. Auch Methanemissionen aus Straßenverkehr oder Kanalisation bringen das Messgerät zum Piepsen. Weil Gasaustritte aus den rund 80 Zentimeter unter der Erde verlaufenden Leitungen nur bei trockenem Wetter korrekt erfasst werden können, muss das Gasspürteam flexibel anhand des Wetters planen.
Auch Leitungen in Vorgärten werden geprüft
Die Fachleute überprüfen die Leitungen auf öffentlichem Grund bis zur so genannten Hauseinführung – dem Ort, wo eine Gasanschlussleitung die Kellerwand erreicht. Dafür müssen sie auch die Grundstücke betreten, jedoch nicht die Gebäude. Die Mitarbeitenden weisen sich auf Anfrage entsprechend aus.
Anzutreffen sind die Rucksackträger mit der elektronischen Spürnase in diesem Jahr in den Stadtteilen Altona-Altstadt, Bahrenfeld, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd, Billbrook, Bramfeld, Cranz, Dulsberg, Duvenstedt, Eidelstedt, Eimsbüttel, Eppendorf, Groß Flottbek, Hamburg-Altstadt, Harburg, Hausbruch, Hoheluft-Ost, Hohenfelde, Horn, Langenbek, Neustadt, Nienstedten, Othmarschen, Ottensen, Rahlstedt, Rönneburg, Sinstorf, Sternschanze, Stellingen, Waltershof, Wilhelmsburg, Wilstorf sowie Wohldorf-Ohlstedt.
Die neun Fachleute legen zusammen rechnerisch den Landweg von Hamburg bis zum Nordkap zurück. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs e.V. (DVGW) sieht für Niederduck-Erdgasleitungen einen vierjährigen Prüfzyklus vor, für höhere Druckstufen sogar kürzere Intervalle. Zwischen den Prüfzyklen fährt zusätzlich ein mit Sensortechnik ausgerüstetes Messauto die Straßen ab.