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Editorial September

Editorial September
EEHH GmbH/Daniel Reinhardt

Als Cluster Erneuerbare Energien Hamburg haben wir vor zwei Wochen eine umfangreiche Studie vorgestellt, wie die Branche der Erneuerbare Energien in der Metropolregion Hamburg aufgestellt ist. Das Ergebnis ist sehr konservativ gerechnet, dass die Branche über 31.000 Arbeitsplätze zählt und ca. 5,3 Milliarden Bruttowertschöpfung jährlich generiert bei einem jährlichen Wachstum der Beschäftigung von durchschnittlich 6,5 Prozent. Ein wirklich beeindruckendes Ergebnis, wobei die Studie klar erfasst, dass der stärkste Kern der Branche in der Region Windenergiebranche mit ca. 13.000 Arbeitsplätzen ist.

Dementsprechend ist meine und unsere Clustervorfreude auf die WindEnergy-Messe in der kommenden Woche sehr groß. Die einzige Leitmesse, die weltweit alle Regionen und Entwicklungen im Blick hat, ist restlos ausgebucht. Die Windbranche in Europa hat zuletzt ein gute Entwicklung der Märkte für Windenergie im ersten Halbjahr 2026 gezeigt. In Deutschland haben die Bundesländer in den letzten Jahren an Land sehr viele Flächen für Windenergie ausgewiesen, was in etwa 50GW Windparkflächen resultiert ist, die genehmigt worden sind und in naher Zukunft gebaut werden können, sodass es in den Windausschreibungen auch wieder zum politisch gewollten Preiswettbewerb kommt.

Alles eitel Sonnenschein aktuell also? Leider nicht. So sind aktuell die Ausschreibungen für Offshore-Windparks gebremst worden. Die Branche bittet dringend um ein neues Ausschreibungsmodell auf der Basis sogenannter „Contracts for Differences - CfD“ mit einem Inflationsausgleich wie in unseren Nordsee-Nachbarländern. Und 17 Gigawatt bereits bezuschlagte Offshore-Windparks haben noch keine finale Investitionsentscheidung treffen können, da zwischen Zuschlag und Bau die Kosten massiv gestiegen sind. Die Projekte haben gemeinsam in etwa einen Investitionswert von 50 Milliarden Euro – welch fantastischer Wirtschaftsboost könnte von diesen Projekten für die deutsche Volkswirtschaft ausgehen!

Sehr sorgenvoll schaut die Branche aber auf die verschiedenen Energiegesetze, die gerade im Bundestag verhandelt werden. Wenn dort die geplanten sehr restriktiven Netzzugangsregeln eingeführt werden und durch Überbauung der Netzknoten nicht die ganze Windleistung eingespeist werden kann, wird die Finanzierung neuer Windparks bestimmt sehr viel teurer und schwieriger oder gar unmöglich! Hier herrscht aus Sicht der Branche dringender Änderungsbedarf, da sonst die vielen genehmigten Windparks im Planungsstadium stecken bleiben werden. Der mögliche Wirtschaftsboost könnte ausbleiben und Arbeitsplätze auf der Kippe stehen.

Die Windbranche wird sich auf der WindEnergy-Messe in Hamburg aber trotz dieser aufziehenden dunklen Wolken über den Windmarkt in Deutschland sicher von ihrer besten Seite zeigen. Wir freuen uns auf diese Messewoche voller Aktivitäten, Wiedersehen und Trubel!

Über Astrid Dose

Profilbild zu: Astrid Dose

Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes. Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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von Astrid Dose