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Editorial Januar Wind

Editorial Januar Wind
HH Media Server/Christian Brandes

Der Offshore-Wind-Gipfel hat gezeigt, dass die Nordseeländer sich einig sind, dass in der Nordsee eines der größten heimischen Energiepotenziale in Europa vorhanden ist und dass es darauf ankommt, dieses Potenzial in den kommenden Jahrzehnten systematisch gemeinsam zu erschließen. Dazu sollen flexiblere Netzanbindungen künftig erlauben, den Strom in mehreren Ländern zu transportieren, der Ausbau im Nordseeraum auf etwa 15 GW pro Jahr verstetigt werden und Auktionen vorrangig auf das „Contract for Differences “-„CfD“-Modell umgestellt werden. Die Offshore-Windbranche hat im Gegenzug Investitionen von zehn Milliarden Euro in heimische Produktionsstätten und die Schaffung von etwa 91.000 neuen Arbeitsplätzen angeboten – sowie auch eine erhebliche Kostensenkung der Stromproduktion.

Soweit alles gut und eine ermutigende Konferenz! Jetzt gilt es aber, die hohen gemeinsamen Ambitionen auch in jedem Land umzusetzen und auch zwischen den Ländern eine Harmonisierung der Rahmenbedingungen zu erreichen. Und das gerade zu einem Zeitpunkt, als für die letzte Offshore-Windpark-Auktion der Bundesregierung 2025 kein einziges Gebot einging und die nahezu unveränderte Auktion 2026 bevorsteht. Hier besteht auch sehr wenig Aussicht auf Gebote. Durch Änderungen in der Kostenstruktur wie teurere Rohstoffe, bei gleichzeitig mehr Volatilität im Strommarkt, passt das hiesige Auktionsmodell für Investoren einfach nicht mehr, da sie den Strom ohne garantierten Einspeisetarif selbst an (Industrie-) Kunden verkaufen müssen. Die Branche fordert daher seit geraumer Zeit ein Umdenken der Bundesregierung und einen Umstieg auf das „Contract for Differences“-Modell, womit Großbritannien seit Langem und auch neuerdings nochmal, sehr erfolgreich Investitionen auslöst.

Unser Appell an die Bundesregierung mit anderen Organisationen am 27. Januar in Berlin war daher: setzen sie die Auktionsrunde 2026 für Offshore-Windparks aus, um direkt anschließend einen neuen Auktionsmechanismus mittels CfD noch 2026 auf dem Weg zu bringen! Dass die Bundesregierung in einer Kabinettssitzung am 28. Januar dies auch getan hat, ist auf jedem Fall auch ein positives Zeichen an die Branche, dass die Einigungen des Hamburger Offshore-Gipfels in Deutschland zu einem besseren Verständnis der Lage und zu einem erfreulichen Umdenken bei der Bundesregierung geführt haben. Jetzt sollte zügig noch 2026 ein neues Auktionsdesign beschlossen und noch in diesem Jahr neue Windparkflächen ausgeschrieben werden!

Über Jan Rispens

Profilbild zu: Jan Rispens

Seit Gründung in 2011 ist Jan Rispens, als gelernter Elektrotechnik-Ingenieur, Geschäftsführer der EEHH Clusteragentur und seit 20 Jahren aktiv im Bereich nachhaltige Energieversorgung und Klimaschutz.

von Jan Rispens