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Editorial

Editorial
EEHH-Team auf der E-World 2026 (EEHH GmbH)

Während einige die Wasserstoffwirtschaft bereits abgeschrieben haben, haben wir als Cluster mit dem Partner Localiser einen Wasserstoff-Marktplatz für die Metropolregion Hamburg in Betrieb genommen. Ja, der Wasserstoffhochlauf dauert länger als (von manchen) gedacht, aber grundsätzlich führt an dem Einsatz von Wasserstoff und seiner Derivate für die Klimapolitik kein Weg vorbei. Unsere neue Plattform soll, gerade in einer frühen Phase des Markthochlaufes, Marktakteure zusammenbringen, z.B., wenn sie auf der Suche nach Energieträgern sind, aber auch wenn sie bestimmte Technologien für die Produktion, Lagerung, Transport oder Dienstleistungen anbieten. Als Cluster hoffen wir, dass die Plattform Orientierung bietet und Kooperationen und Kundenbeziehungen entstehen lässt!

Im Bereich der Erneuerbare Energien gibt es einen Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums, der besagt, dass Erneuerbare-Energien-Erzeuger ihren Anspruch auf Vergütung verlieren sollen, wenn die regionalen Netze überlastet sind und ein Redispatch stattfindet. Dies würde für viele Wind und Solar-Projekte dazu führen, dass sie erheblich schlechtere Finanzierungskonditionen hätten oder gar nicht mehr finanzierbar wären.

Da das Sprichwort sagt, dass Kapital ein scheues Reh sei, sollte die Bundesregierung ganz genau überlegen, ob sie diesen Weg wirklich gehen will. Für eine Weiterentwicklung des EEG ist der Wegfall der Vergütung bei Negativstrompreisen bereits vorgesehen. Aufgrund der erheblichen Korrelation zwischen Redispatch und Negativstromzeiten sollte dadurch das Problem ohnehin schon erheblich kleiner werden. Wenn die ausgefallenen Vergütungszeiten nach dem EEG-Vergütungszeitraum von 20 Jahren „drangehängt“ werden, bleiben Projekte auch solide finanzierbar.

Lösungen zu entwickeln, um zu vermeiden, dass bei Negativstrompreisen und Redispatch weniger Strom eingespeist wird, ist absolut legitim – aber bitte so intelligent und verzahnt, dass kein Kahlschlag entsteht!

Über Jan Rispens

Profilbild zu: Jan Rispens

Seit Gründung in 2011 ist Jan Rispens, als gelernter Elektrotechnik-Ingenieur, Geschäftsführer der EEHH Clusteragentur und seit 20 Jahren aktiv im Bereich nachhaltige Energieversorgung und Klimaschutz.

von Jan Rispens