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Nachbericht Kombi Forum Wärme & Sektorenkopplung

Nachbericht Kombi Forum Wärme

P2H ist ein typisches Schnittstellenthema im Bereich der Wärme und Sektorenkopplung. Durch überschüssigen Strom, bspw. aus Windenergie aus Schleswig-Holstein, kann durch diese Power-to-Heat-Anlagen Wärme erzeugt und in ein städtisches Fernwärmenetz eingeleitet werden.  Am 17.03.2026 fand hierzu ein Kombi-Forum aus den Themenbereichen Wärme und Sektorenkopplung statt.

Zwischen Wärmetauscher und Elektrokessel

Das Kombi-Forum begann mit einem exklusiven Angebot für einige Mitglieder: eine Führung durch die P2H-Anlage Karoline an der Hamburger Messe. In der Einstündigen Führung wurde die Bestandteile der P2H-Anlage vorgestellt und ihre Fahrweise erläutert. Dabei wurde klar, dass der Standort nicht nur zur Aufnahme von überschüssigem Strom und der Umwandlung zu Wärme da ist, sondern alle Anlagen der Hamburger Energiesysteme ein wichtiges Gesamtsystem ergeben. Die 45MW P2H-Anlage in der Karolinenstraße kann im Notfall in 5 min Wärme ins Netz liefern. Dabei könnte sie sogar noch schneller sein, doch das mit Wasser geführte Wärmenetz ist zu träge, um schnellere Hochlaufzeiten umsetzen zu können.

Forum Wärme zum Thema P2H, Burkhard Warmuth

Dekarbonisierung erfolgt von der Grundlast zur Spitzenlast

In der regulären Forensitzung erläuterte Burkhard Warmuth von den Hamburger Energiewerken wie in Hamburg nachhaltig produzierter Windstrom, Netzengpässe und Fernwärme durch P2H sinnvoll interagieren. Dabei erläuterte er grundsätzlich, dass es durch die große saisonale Schwankung der Wärmebedarfe im Winter und Sommer nicht trivial ist, die Fernwärme zu dekarbonisieren. Dabei kann das Verhältnis von Sommerlast zur Peaklast im Winter gut und gerne in einem Verhältnis von 1 zu 15 stehen. Um die Lastspitzen im Winter fossilfrei bedienen zu können, braucht es zukünftig P2H, so Warmuth.

Nutzen statt Abregeln

Doch auch aus der Perspektive der Stromnetzbetreiber bietet P2H hohes Potenzial. Nach wie vor werden große Strommengen im Rahmen von Einspeisemanagement von erneuerbaren Energien abgeregelt. Zunehmend sind davon auch Offshore-Windanlagen betroffen. Um das zu verhindern, wurde unter dem Motto „Nutzen statt Abregeln“ der §13k EnWG geschaffen. Damit wurde es in der etwas leidvollen Geschichte der P2H-Anlage Karoline – mehr zum Thema hier – möglich, überschüssigen Strom in Wärme umzuwandeln, anstatt überschüssigen Strom abzuregeln.

Auch in Hamburgs zweiter P2H-Anlage am KWK-Standort Wedel, nutzen die Hamburger Energiewerke das Prinzip Nutzen statt Abregeln über den §13 Abs. 6a EnWG. Dieser sieht u.a. vor, dass in sogenannten Netzausbaugebieten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) bis zu 2.000 Megawatt überschüssiger Strom in Wärme umgewandelt werden kann. Mit dieser Fahrweise konnte am Standort Wedel in insgesamt über 1600 Betriebsstunden bereits 13.000 t Steinkohle und somit 31.700 t CO2-Emissionen eingespart werden.

Nichtsdestoweniger bleibt Sektorenkopplung geprägt durch höhere Komplexität, auch wenn sie große Chancen bietet und in unserem zukünftigen Energiesystem eine Schlüsselrolle spielen wird.

Problem Sucht Lösung – und Kooperationspartnerinnen

Nach dem inhaltlichen Fokus auf P2H bot das EEHH Jasper Bussemaker vom Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Bühne, um in einem kurzen Pitch eine Methode zur automatischen Generierung, Bewertung und Optimierung von Systemarchitekturen vorzustellen. Dieser Pitch war Teil des Formats „Problem sucht Lösung – Lösung sucht Problem“, bei dem das EEHH Personen, Institutionen oder Unternehmen dabei unterstützt innovative Ideen, ein Problem oder eine Lösung vorzustellen, um externe Kooperationspartnerinnen zu finden. Falls Sie selbst ein Problem oder eine Lösung haben, melden Sie sich unter Problem sucht Lösung.

Nach den Vorträgen nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich bei Snacks und Getränken auszutauschen und zu vernetzen.

Über Felix Fresen

Profilbild zu: Felix Fresen

Im Cluster EEHH verantworte ich den Bereich Sektorenkopplung. Dabei liegt mein Fokus auf der Integration von Wärme und Batterietechnologien in ein nachhaltiges Energiesystem. Ich vernetze Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, um innovative Lösungen für eine klimafreundliche Zukunft voranzutreiben und Hamburg als Vorreiter in der Energiewende zu positionieren.