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Exkursion zu Agri-PV und Biodiversitäts-PV-Anlage in Schleswig-Holstein

Exkursion zu Agri-PV und Biodiversitäts-PV-Anlage in Schleswig-Holstein
Agri-PV-Anlage Freienwill, Bild: EEHH
Biodiversitäts-PV-Anlage, Kleine Rheide, Bild: EEHH

Am 03. Juni 2026 führte das Cluster EEHH eine Exkursion zu einer Agri-PV-Anlage in Freienwill und eine Biodiversitäts-PV-Anlage in Klein Rheide durch. Beide PV-Anlagen wurden von der Wattmanufactur errichtet und werden derzeit ebenfalls von der Wattmanufactur betrieben. Wir starteten um 10:30 Uhr am Bahnhof Diebsteich und fuhren mit dem Bus in Richtung Norden. Es nahmen insgesamt 11 Personen an der Exkursion teil.

In Freienwill wurden wir von Christiane Eckerich und Thies Jensen von der Wattmanufactur empfangen und begannen mit der Besichtigung der Agri-PV-Anlage. Das Projekt wurde im Jahr 2025 realisiert und verfügt über eine installierte Leistung von 14,5 MWp auf einer Fläche von rund 22 Hektar. Es wurden 24.264 bi-fasziale Solarmodule verbaut, die durch einachsiges Single-Tracking (Ost-West) der Sonne folgen. Die Mindesthöhe über dem Boden liegt bei 2,10 m, der Reihenabstand beträgt 6 Meter. Für die Errichtung der Module wurden die notwendigen Stützpfosten gerammt. Herr Jensen betonte, dass Agri-PV-Projekte aufgrund der höheren Kosten beim Installationsprozess und dem geringeren Energieertrag durch die größeren Reihenabstände, ohne zusätzliche Boni, nur schwer bis gar nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Zudem spielen Fragen im Hinblick auf die Versicherbarkeit dieser Projekte eine wichtige Rolle, da bei Mäh- und Erntearbeiten ein größeres Risiko für Schäden an den Modulen besteht. Gegenwärtig wird auf der Fläche Hafer angebaut.

Im Anschluss begaben wir uns zum zweiten Standort einer Biodiversitäts-PV-Anlage bei Klein Rheide. Die PV- Anlage wurde in drei Bauabschnitten von 2015 bis 2019 errichtet. Auf einer Fläche von 27 ha verfügt diese Anlage über eine Kapazität von 25 MWp. Bei diesem Solarpark wurden die Modulreihen mit einem Anstand von 4 m installiert. Dies führt dazu, dass die Lichteinstrahlung auf dem Boden zunimmt und die gegenseitige Verschattung reduziert ist. Zudem wurden die Module mit einem Abstand von 2 cm verbaut. Dadurch können einerseits die Module und die Modulkanten besser abtrocknen und andererseits das anfallende Niederschlagswasser homogener auf den Boden fallen. Insgesamt liegt durch die Einsparung von Betonfundamenten bei Zaun, Gestellen und Wegen der Versiegelungsgrad im Solarfeld bei unter einem Prozent. Interessanterweise wurden bei der ursprünglichen Auslegung des Parkdesigns mittels einer speziellen Software dieser größere Reihenabstand als wirtschaftlichste Option ausgegeben, obwohl initial noch keine Biodiversitäts-Anlage geplant war. Dies lag u.a. anderem begründet, dass durch die größeren Reihenabstände der Zeitaufwand für die Wartung der Module sowie Mäharbeiten deutlich geringer ausfällt, da die Bereiche unter den Modulen deutlich besser zu erreichen sind. Die Anlage lässt sich nach Aussage von Herrn Jensen sehr gut wirtschaftlich betreiben. Positive Nebeneffekte sind neben der allgemeinen Zunahme der Arten- und biologischen Vielfallt insbesondere die Entstehung eines Feuchtbiotops im Solarpark.

Gegen 16:30 Uhr traten wir dann die Rückreise nach Hamburg an. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmern und insbesondere der Wattmanufactur für die Möglichkeit die Solarfelder zu besichtigen  

   

Über Constantin Lange

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Beim Cluster bin ich für den Bereich Forschung und Innovation zuständig und bin damit die Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft. Meine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Wind – und Solarenergie sowie im Themenfeld Wärme. Über unsere Fachforen und verschiedene Veranstaltungsformate verantworte ich u.a. direkte Informations- und Diskussionsformate für unsere Mitgliedsunternehmen.