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37. Forum Medien

37. Forum Medien

Am 12. März haben wir haben gemeinsam mit unseren Schwesterclustern Hamburg Aviation und Logistik-Initiative Hamburg Kommunikator*innen aus den Branchen Luftfahrt, Logistik und Erneuerbare Energien eingeladen, um diese und weitere Fragen zu diskutieren. Zu Gast waren wir dabei in der Kanzlei Arnecke Sibeth Dabelstein direkt gegenüber der Hamburger Fischauktionshalle.

Den Auftakt machte Sybille Rexer, Rechtsanwältin der gastgebenden Kanzlei Arnecke Sibeth Dabelstein zur "Green Claims Richtlinie der Europäischen Kommission". Diese Richtlinie über Nachweisbarkeit und Kommunikation umweltbezogener Produktangaben soll Transparenz schaffen und Konsumenten die Gewissheit geben, dass etwas, was als umweltfreundlich beworben wird, es auch tatsächlich ist. Die Direktive beschreibt auf über 100 Seiten, welche Art irrführender Beschreibungen, aber auch Bebilderungen - dazu zählen Verschleierung, Beweisbarkeit und suggestive Beeinflussung - künftig nicht mehr ohne Weiteres zulässig sind. Derzeit durchläuft sie das EU-Gesetzgebungsverfahren, die fianle Abstimmung wird noch im Märzerwartet. Daran anschließend haben die Mitgliedstaaten 18 Monate Zeit, um die Richtlinie in ihr nationales Recht zu integrieren und zusätzlich sechs weitere Monate, bis die Bestimmungen tatsächlich in Kraft treten. In zwei bis drei Jahren dürfte mit den ersten Urteilen und Präzedenzfällen zu rechnen sein. Sybille Rexer betont: Es gibt auch Ausnahmen für beispielsweise besonders kleine Unternehmen. Es soll vor allem den Global Playern ein strengeres Korsett für ihre Nachhaltigkeitsversprechen geben, die bei Verstoß mit schweren Strafen rechnen müssen. Ihr Tipp für die eigenen Nachhaltigkeitskommunikation: Erst machen, dann (richtig) kommunizieren. Im Praktischen kann das so für Unternehmen so aussehen, dass Sie zunächst ihren Nachhaltigkeitspfad aufzeigen und dann an Beispielen aufzeigen, wo sie stehen.

An zweiter Stelle gab Ingo Bertram, Head of News, Content & Research von der OTTO Group nicht nur einen Einblick in die Environmental, Social and Corporate Governance (ESG) (deutsch: Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführung) seines Unternehmens, sondern teilte auch unverhohlene Einsichten in die Fallstricke und Bad Practices im Bereich der Nachhaltigkeitskommunikation (Stichwort: Carbon Neutral). Dabei ging er auch auf die Gratwanderung zwischen Unternehmensambitionen zur Dekarbonisierung und dem Hauptreiber der Kaufentscheidung - den Produktpreis - ein (Attitude-Behaviour-Gap des Kunden, der sich ein nachhaltiges Produkt wünscht). Quasi im Vorgriff auf die Green Claims Richtlinie fokussiert sich Otto zunehmend auf Science-based-targets.

Den Abschluss bildete der Vortrag "Praxisbeispiel: Vorstellung des DESY-Nachhaltigkeitsberichts" von Dr. Denise Völker, Leiterin Stabsstelle Nachhaltigkeit DESY & Kirstin Hüttmann, Leiterin Fachgruppe Publikationen/Multimedia DESY. Dabei gaben Sie dem Plenum einen Überblick, wie man von Grund auf einen erstmaligen Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Denn auch für große Wissenschaftseinrichtungen wächst der Druck der Öffentlichkeit, über die Umweltauswirkungen der Grundlagenforschung Rechenschaft abzulegen - auch ohne gesetzliche Berichtspflicht. Denn auch wenn die Grundlagenforschung in der Kommunikation sehr voraussetzungsvoll ist, so dürfen die damit verbundenen Emissionen nicht ihre Glaubwürdigkeit und Bedeutung in Frage stellen.

 

Danke an unsere Gastgeber von der Kanzlei Arnecke Sibeth Dabelstein, bei denen der Aublick dem Einblick in nichts nachstand!.

Über Oliver Schenk

Profilbild zu: Oliver Schenk

Ich bin verantwortlich für den Bereich Marketing Wasserstoff und sorge dafür, dass die hiesigen Projekte und Formate in der Metropolregion Hamburg und darüber hinaus wahrgenommen werden. Um dem vielversprechenden Energieträger zum Durchbruch zu verhelfen unterstütze ich die Wasserstoffwirtschaft mit redaktionellen Beiträgen, Netzwerkveranstaltungen, Videoproduktionen und vielem mehr.