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Nachbericht 3. Forum Batterien- & Speichertechnologien
Am Montag, den 26. Oktober 2026, fand von 16:00 bis 19:00 Uhr das dritte Forum Batterien & Speichertechnologien mit rund 35 Personen statt. Unter dem Leitmotiv „Bankability von BESS-Projekten im regulatorischen Wandel“ präsentierten führende Expert:innen aktuelle Marktdaten, regulatorische Entwicklungen und Beispiele aus Bankenpraxis, gefolgt von einer intensiven Diskussionsrunde.
Die Veranstaltung wurde von Antonina Krüger (EEHH) eröffnet, die den neu gegründeten Lenkungskreis für das Forum Batterien und das EEHH-Netzwerk vorstellte.
Im ersten Impulsvortrag „Energiespeicher 2026: Stand und Herausforderungen der Energiespeicherbranche in Deutschland“ stellten Jörg Blaurock und Frank Morio (3Energie-Consulting GmbH & Co. KG) die im Auftrag des BVES erstellte Branchenanalyse 2026 in Marktsegmenten Haushalt & Gebäude, Industrie & Gewerbe und Systeminfrastruktur vor. Die zentrale Botschaft: Nach dem Einbruch 2024 ist die Branche wieder auf Wachstumskurs - die Umsatzerlöse stiegen 2025 um rund 31 % auf 15,2 Mrd. € und sollen 2026 auf 17,1 Mrd. € weiter steigen. Als stärkste Treiber wurden die Erholung der thermischen Speicher im Haushaltssektor, die Konsolidierung der Heimspeicher sowie das dynamische Wachstum der Großbatteriespeicher (Kapazitätszuwachs auf rund 9 GWh bis Ende 2026, angetrieben durch Co-Location und Arbitrage an den Strommärkten) und die LKW-Ladeinfrastruktur benannt. Als größte Herausforderung gilt die regulatorische Neuausrichtung 2026 - EEG, Netzpaket, AgNes und MiSpeL – insbesondere der Wegfall der Netzentgeltbefreiung und die Unsicherheit bei Netzanschlüssen, die bereits erste Investoren zum Projektabbruch bewegten. Aus dieser wachsenden Komplexität moderner Energiesysteme leitet 3EC seinen Lösungsansatz ab: Speicherprojekte nicht einzeln, sondern systemisch zu bewerten – über die integrierte Optimierungsplattform SINDRI und eine „neue Bankenlogik" (Szenarien statt Festvergütung, Cashflow statt Annuität, Kipppunkte statt Basisfall), die Projekte bankfähig macht.
In dem Deep-Dive „Bankability von BESS Projekten“ teilte Ruprecht von Thun Hohenstein die Erfahrung der Deutschen Kreditbank und ihre Anforderungen bei der Finanzierung von Batteriespeichern. Es wurde deutlich, dass sich BESS-Finanzierungen in drei wesentlichen Punkten von klassischen EEG-Wind- und PV-Projekten unterscheiden: die Regulatorik ist noch im Fluss, die Technik altert zyklus- und zeitabhängig, und die Erlöse sind stärker marktpreisabhängig. Als relevante Erlösquellen wurden Stromhandel (Arbitrage), Regelreserven sowie perspektivisch den Kapazitätsmarkt identifiziert. Als zentrale Herausforderungen für die Bankfähigkeit von Graustromspeichern wurden die Flexiblen Netznutzungsverträge (FCA) genannt, die Erlöse um bis zu rund 20 % mindern können, sowie die ab 2029 geltenden Netzentgelte in einer Größenordnung von 4-7 €/kW/a. Bevorzugte Kreditnehmer sind etablierte Projektentwickler und Betreiber sowie Stadtwerke-Tochtergesellschaften; typische Ticketgrößen liegen bei 5-25 Mio. €, die Laufzeit bei 10-12 Jahren. Die DKB betonte, dass jede Projektbewertung individuell erfolgen müsse - entscheidend sei nicht der Markttrend, sondern der belastbare Cashflow des konkreten Projekts nach Netzrestriktionen und Netzkosten.
Die von Alexander Kruse (Carneades Project Services GmbH) und Marco Dittmer-Schaff (Lichtblick SE) moderierte Diskussionsrunde fokussierte auf vier zentrale Punkte. Erstens wurde die regulatorische Unsicherheit als zentrales Hindernis identifiziert; die Teilnehmenden forderten langfristige Leitlinien und transparente Netzzugangsvorschriften. Zweitens stellt die Länge der Genehmigungs- und Netzanschlussprozesse ein erhebliches Hemmnis dar, worauf digitale Antragsplattformen und beschleunigte Verfahren als Lösungsvorschläge kamen. Drittens betonten die Teilnehmenden den Bedarf an standardisierten Finanzierungsmodellen für BESS, die sowohl Eigen- als auch Fremdkapital berücksichtigen. Viertens wurde die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Projektbewertung hervorgehoben, bei der Energiemanagement Software und Digital Twins eingesetzt werden, um Erlösströme zu optimieren und Risiken zu steuern.
Zusammenfassend verdeutlichte das Forum, dass die wirtschaftliche Realisierbarkeit von BESS-Projekten stark von einem klaren, vorhersehbaren regulatorischen Umfeld und von standardisierten Finanzierungsinstrumenten abhängt. Die vorgestellten Marktkennzahlen zeigen ein wachsendes Marktvolumen, das jedoch nur bei stabilen Rahmenbedingungen erschlossen werden kann. Angesichts der komplexen netzseitigen Rahmenbedingungen – insbesondere der FCA und der anstehenden Änderungen der Netzentgelte für Stand-alone-Anlagen – liegen die größten Wachstumschancen künftig eher bei Grünstromspeichern.
Für künftige Foren wünschten sich die Teilnehmenden unter anderem Vertiefungen zu Regulierung, neuen Technologien und der Belastbarkeit von Business Cases.
Wir danken allen Referenten, Moderatoren und Teilnehmenden für den intensiven Austausch und freuen uns auf die nächste Sitzung des Forums.