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Nachbericht 1. Forensitzung Batterie & Speichertechnologien

Nachbericht 1. Forensitzung Batterie
Workshop zur Forengründung Batterie & Speichertechnologien

Am 25. Februar 2026 lud die Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur zur Forengründung Batterie und Speichertechnologien ein. Ziel der Auftaktveranstaltung war es, ein gemeinsames Verständnis über die aktuellen Trends und Herausforderungen im Bereich Batterie und Speichertechnologien in und um Hamburg zu schaffen. Dazu bot das 1. Forum in einem Workshopformat Raum für viel Diskussion und Austausch zwischen den Teilnehmer:innen.

Verankerung der Batteriearbeit beim EEHH

Bereits seit 2023 beteiligt sich EEHH an dem Projekt Quw-LiB. Gemeinsam mit der Heinze Akademie und dem Frauenhofer ISIT arbeitet EEHH in diesem innovativen Projekt an der Erstellung von Qualifizierungskonzepten zur Fachkräftesicherung im Bereich der Lithium-Ionen-Batterien. Im Rahmen dieses Projekts hat das Cluster eine Umfeldanalyse der Batteriewirtschaft in der Metropolregion Hamburg erstellt. Diese Studie dient seit dem ersten Quartal 2025 als Arbeitsgrundlage für die weitere Batteriearbeit der EEHH-Geschäftsstelle.

Auch die Vernetzungsarbeit im Bereich Batterie und Speichertechnologien hat sich bereits in den letzten Jahren etabliert. Einst von den EEHH-Mitgliedsunternehmen Suena und Flex-Power gegründet, übernahm die EEHH-Clusteragentur im November 2024 den sogenannten Batteriestammtisch, welcher nun in das Batterieforum überführt wird und damit das wichtige Thema Speicher/Batterien fest im Cluster verankert.

Zwischen Netzdienlichkeit und Marktoptimierung

Das 1. Forum Batterie & Speichertechnologien wurde von Jan Rispens, Geschäftsführer bei der Erneuerbaren Energien Clusteragentur GmbH, eröffnet. Im Anschluss hielt Sebastian Averdung, Vorstandsvorsitzender des Vereins zur Förderung des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg, eine Keynote zum Stand der Dinge beim Thema in der Metropolregion Hamburg. Darin bekräftigte er die Systemrelevanz von Speichertechnologien für die Integration volatiler erneuerbarer Energien – Netzdienlichkeit und Marktoptimierung seien dabei die zwei Seiten der gleichen Medaille. Trotz steigender Wirtschaftlichkeit und technologischer Fortschritte bestehen regulatorische Hemmnisse, insbesondere bei Netzanschlüssen, Entgeltsystematik und Flächenverfügbarkeit – gerade im urbanen Raum wie Hamburg. Gleichzeitig gewinnen Nachhaltigkeitsanforderungen, europäische Wertschöpfung und Second-Life-Ansätze an Bedeutung. Mit der Aussicht, Hamburg als Reallabor und Hub für urbane Speicherlösungen zu etablieren, leitete der Vorstandsvorsitzende in die Workshopphase über.

Kontakte knüpfen und Wissen teilen

Kontakte knüpfen und Wissen teilen – das waren die häufigsten Erwartungen der Runde an die Auftaktveranstaltung und an das Forum im Allgemeinen. Darüber hinaus wurden eine systemische Denkweise sowie ein Blick über den regionalen Tellerrand angestrebt. Personen aus der Rechtsberatung und aus dem Finanzsektor waren besonders interessiert an einem Praxis Deep Dive, Teilnehmende aus der Projektentwicklung schätzen vor allem den Austausch von Best Practices. Die Neugierde aller, auch andere Perspektiven einzunehmen, erwies sich dabei als besonders produktiv.

Workshopphase zur Forengründung Batterie & Speichertechnologien

Von Wirtschaftlichkeit über Garantiebindung bis hin zur Kreislaufwirtschaft

Im World Café Format diskutierten die Teilnehmer:innen in der restlos ausgebuchten Veranstaltung dann die technischen und regulatorischen Gegebenheiten sowie die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen und äußerten ihre Erkenntnis- und Vernetzungswünsche. Anknüpfend daran wurden Ziele und die Rolle des Forums erarbeitet.

In einer Abschlussrunde wurde klar: Der Status Quo der Regulatorik wird in der Batteriewirtschaft mehrheitlich negativ aufgenommen. „Die aktuellen Gesetze stören eher, als dass sie helfen“, sagte ein Teilnehmer. Die Gruppe war sich auch einig, dass aktuell große Planungs- und Investitionsunsicherheit besteht, vor allem im Zusammenhang mit der Netzentgeltsystematik. Darüber hinaus drängen vor allem die Finanzinstitute auf Garantiebindung zur besseren Transparenz und mehr Vertrauen im Markt. Bei Batterieanbietern machen unterschiedliche Standards und Leistungsparameter Schwierigkeiten bei der Projektplanung und erschweren die Erstellung bzw. Prüfung eines Business Case.

Als größte technische Hürde wurde der fehlende Netzanschluss sowie die fehlende Netzintelligenz genannt – wobei die Grenzen hier zwischen Technik und Regulatorik fließend sind, siehe Smart Meter. Auf Herstellerseite wurde viel über Kreislauffähigkeit diskutiert und daran appelliert, dass bereits im Design-Prozess die Kreislauffähigkeit mitgedacht werden muss.

Für das Batterieforum wurde sich gewünscht, dass es bestmöglich auch Industrievertreter:innen – also Anwender:innen – aktivieren soll. Auch die Perspektive von Netzbetreibern und deren Umgang mit massenhaften Netzanschlussanträgen wurde mehrfach eingefordert. Analog zu bereits bestehenden Verzeichnissen wurde der Wunsch geäußert, ein Glossar zu BESS-Abkürzungen zu veröffentlichen. Auch das bestehende „grüne Wasserstoff-Sofa“ wurde als Format gelobt und die Teilnehmer:innen könnten sich gut vorstellen, dass dieses Format auch im Bereich Batterie- und Speichertechnologien gut funktionieren könnte.

EEHH bedankt sich für die rege Teilnahme und die vielen hilfreichen Impulse. Die diversen Themenvorschläge werden nun geclustert und in einen Themenspeicher überführt. Wer die konkreten Ideen im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Lenkungskreis Batterie & Speichertechnologien aktiv mitgestalten möchte, kann sich gerne bei uns, der EEHH GmbH, melden.

Über Felix Fresen

Profilbild zu: Felix Fresen

Im Cluster EEHH verantworte ich den Bereich Sektorenkopplung. Dabei liegt mein Fokus auf der Integration von Wärme und Batterietechnologien in ein nachhaltiges Energiesystem. Ich vernetze Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, um innovative Lösungen für eine klimafreundliche Zukunft voranzutreiben und Hamburg als Vorreiter in der Energiewende zu positionieren.