Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur

EEHH-Offshore-Workshop Rückblicke

EEHH-Offshore-Workshop mit brasilianischer Delegation

Erfolgreicher Austausch zwischen Cluster-Mitgliedern und brasilianischen Unternehmen

Das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg hat am 23. Mai 2019 eine brasilianische Wirtschaftsdelegation im Hafen-Klub Hamburg empfangen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer suchten Kontakt zu den Akteuren der Offshore-Windenergiebranche in Deutschland. Die Reise nach Bremerhaven und Hamburg wurde von der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer in Rio de Janeiro (AHK-RJ) zusammen mit der Unternehmensberatung Johannes Dimas - Energie & Projektmanagement organisiert.

Die fünfzehnköpfige Delegation setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Wirtschaftszweige und Forschungseinrichtungen zusammen. Neben dem Schwergewicht Petróleo Brasileiro S.A. (Petrobras) sind Projektentwickler, Bauunternehmer, Ingenieure und die Universität UFRN aus dem windreichen Norden Brasiliens nach Deutschland gekommen.

Im Rahmen der Reise wurden mehr als zehn deutsche Unternehmen aus dem Offshore-Windenergiesektor besucht. Startpunkt bildete das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg, das als Genehmigungsbehörde wichtige Standards für die Genehmigung von Offshore-Windparks entwickelt hat. In Bremerhaven bot die diesjährige Windforce-Konferenz zahlreiche Fachveranstaltungen für die Delegierten. Zum Abschluss der Reise organisierte das EEHH-Cluster das Branchentreffen mit Mitgliedsunternehmen aus der Hamburger Metropolregion.

„Die Idee zu einer Offshore-Delegationsreise kam genau zum richtigen Zeitpunkt“, freut sich Philipp Hahn von der AHK-RJ in Rio de Janeiro. 2018 kam Bewegung in die Entwicklung des brasilianischen Offshore-Windenergiesektors: Die beiden halbstaatlichen Öl- und Gaskonzerne Petrobras und Equinor ASA aus Norwegen gaben ihre Zusammenarbeit zur Realisierung einer ersten Offshore-Windenergie-Park in Brasilien bekannt.

Brasilien verfügt mit seinem großen Anteil an Wasserkraft über eine „kohlenstoffarme“ Stromerzeugung. Wie in den letzten Jahren zu sehen war, konnte die Wasserkraft jedoch aufgrund des Wassermangels in der Trockenzeit nicht immer eine durchgängig zuverlässige Energieversorgung gewährleisten. Brasilianische Behörden untersuchen seit längerem das Potenzial der Offshore-Windenergie-Nutzung, wobei erste küstennahe Projektplanungen von geringen Wassertiefen und den stetigen Winden profitieren könnten. Es gibt einen breiten Diskurs über die Ausgestaltung der regulativen Rahmenbedingungen. Ende letzten Jahres startete der Senat eine Gesetzesinitiative zu Offshore-Windparks in der brasilianischen See.

„Wir wollen die Akteure in Brasilien dabei unterstützen, dass die in Europa realisierten Kostensenkungspotentiale auch ihre Projekte wirtschaftlicher machen. Um an den Errungenschaften der bereits etablierten Märkte zu partizipieren, muss man deren Marktmechanismen kennen“, sagt Johannes Dimas, Offshore-Experte der ersten Stunde. Er engagiert sich auch in Brasilien für eine nachhaltige Entwicklung im Energiesektor und kennt die in Deutschland besuchten Unternehmen aus seiner Berufspraxis. Er freut sich zusammen mit der AHK Rio über das rege Interesse auf beiden Seiten des Atlantiks.

„Nicht jedes unserer Mitgliedsunternehmen kann auf allen aufstrebenden Märkten der Welt präsent sein. Unser Branchennetzwerk ermöglicht einen Austausch, der es Unternehmen ermöglicht, die Chancen auf dem brasilianischen Markt besser einzuschätzen und wichtige Kontakte für die zukünftige Entwicklung zu knüpfen“, erklärt EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens. Grußworte hielten Michael Pollmann, Staatsrat der Behörde für Umwelt und Energie in Hamburg, sowie der brasilianische Honorarkonsul Dr. Jan Curschmann. Auf der Workshop-Agenda standen vor allem Fragen der Finanzierung und der Versicherung von Offshore-Wind-Projekten, aber auch technische Aspekte der Projektrealisierung und Zertifizierungsthemen.