„Wir brauchen die 5. Industrielle Revolution – CO2-freie Produktion“

von Astrid Dose, 
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Wasserstoff‐Technologie für eine erfolgreiche Energiewende

Bis auf den letzten Platz besetzt – 200 Teilnehmer in den Cuxhavener Hapag-Hallen warteten äußerst gespannt auf die norddeutsche Politprominenz, die ihre Visionen zum Thema der Wasserstoff-Technologien bekannt gab.

Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium; Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, und Hamburgs Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation Michael Westhagemann. Eingeladen hatten das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg gemeinsam mit der Berliner Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE zum Workshop „Grüner Wasserstoff und Offshore“. Industrievertreter rundeten das Programm mit Einblicken in ihre aktuellen Wasserstoffprojekte ab.

„Wir müssen das Thema Wasserstoff mit Visionen angehen. Dafür kann die Politik nur Impulse geben; die Industrie muss die Technologien entwickeln“, so Staatssekretär Enak Ferlemann, „die Idee von Desertec Anfang der 2010er war grundsätzlich sehr gut. Wir sollten sie wiederbeleben und Strom aus Nordafrika importieren.“ Außerdem müsse der aktuelle Offshore-Deckel unbedingt angehoben werden.

Entwicklung einer „norddeutschen Wasserstoff-Strategie“

Die norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein stimmen aktuell eine „Norddeutsche Wasserstoff‐Strategie“ ab, um deutschlandweit zum Vorreiter beim Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft zu werden. Zukünftig könnten Offshore-Windparks neben Energie auch Wasserstoff erzeugen, der in der Industrie und im Mobilitätsbereich eingesetzt werden könnte. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie weist jetzt entsprechend Flächen für „sonstige Energiegewinnung“ aus.

Norddeutschland als führende Wasserstoff-Region

„Norddeutschland besitzt ein ungeheures Potenzial im Bereich Wasserstoff. Dieses sollten wir unbedingt nutzen und zur führenden Region in Deutschland werden“, betonte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann. Um die Wirtschaftlichkeit von Wasserstoffprojekten zu erreichen, müsse dringend das Umlagesystem verändert werden. Der „Energiehunger“ der Menschheit werde auf absehbare Zeit nicht sinken, sondern eher steigen. Die Weltbevölkerung sei bereits auf mehr als 7 Milliarden Menschen angewachsen – in vielen Schwellenländer beginne der strombasierte Konsum gerade erst.

„Keine Experimente, sondern Klimaschutz“

„Um die breite Bevölkerung zu erreichen, müssen wir über die Energiewende eine bessere und verständlichere Geschichte erzählen“, betonte Umweltminister Olaf Lies, „es geht uns nicht um Experimente, sondern um das Erreichen der Klimaschutzziele von Paris“. Dafür sei es wichtig, die Energiewende nicht nur als Stromwende zu betrachten. Grünes Gas spiele ebenfalls eine bedeutende Rolle. Der Ansatz der Reallabore des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sei wichtig, aber nicht ausreichend. Entscheidend sei letzten Endes die Wirtschaftlichkeit von Wasserstoff-Projekten.

 

Über die Autorin

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Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes.

Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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