Weibliche Schätze in der Energiewirtschaft heben

von Astrid Dose, 
Kommentare: 0

23. Treffpunkt Erneuerbare Energien Hamburg zu „Frauen in Führungspositionen in einer disruptiven Energiewirtschaft“

„Ich habe mir mit meiner Professur in der Klimaforschung einen Traum erfüllt. Ich könnte mir keinen schöneren Job vorstellen“, schwärmte Prof. Dr. Heinke Schlünzen auf dem 23. Treffpunkt Erneuerbare Energien Hamburg zum Thema „Frauen in Führungspositionen in einer disruptiven Energiewirtschaft“.

Rund 80 Teilnehmer – mehrheitlich Frauen - diskutierten mit Professor Schlünzen und ihren Mitstreiterinnen Catrin Jung-Draschil, Vattenfall AB, Daniela Kröpelin, Hansewerk Natur GmbH, und Dr. Ursula Prall, BBH, über aktuelle Themen wie Klimawandel, der Status der deutschen Energiewende, Innovationsdruck und Förderung von jungen Frauen im MINT-Bereich. Durch den Abend führte Lea-Valeska Giebel, Public Affairs Officer beim DNV GL.

Klimawandel – wie können die Menschen zum Handeln bewegt werden?

„Die Menschen zum Umdenken zu bewegen und den Klimawandel aufzuhalten, ist ein schwieriger Prozess, der sehr viel Durchhaltevermögen erfordert“, so Prof. Schlünzen, aber „Kleinvieh macht auch Mist. Jede Einzelne kann ihren Beitrag leisten“. Einen Appell an die Verbraucher und ihre zentrale Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels richtete auch Dr. Ursula Prall, Geschäftsführerin der Offshore-Stiftung.

Deutschland – vom Vorreiter der Energiewende zum Schlusslicht?

„Politisch muss sich dringend etwas ändern in Deutschland“ – darüber waren sich alle Referentinnen auf dem Podium einig. Auf die zentrale Rolle des Netzausbaus wies vor allem Daniela Kröpelin, Teamleiterin bei Hansewerk Natur und Projektpartnerin bei NEW 4.0 hin.

Welche Innovationen bilden das Fundament einer erfolgreichen Energiewende?

Damit die Jahrhundertherausforderung Energiewende gelinge, brauche es „Querdenker“ und diverse Teams – so Kröpelin. Eine gewisse Heterogenität sei der Schlüssel zum Erfolg. Das „Bedenkenträgertum“, das in Deutschland sehr verbreitet sei, hindere ziemlich. „Einfach mal machen!“ forderte Prof. Schlünzen.

„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ – eine erfolgreiche Frauenkarriere

Aber wie schafft Frauen es am schnellsten und besten nach oben? Dafür gibt es kein Patentrezept. „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ – erinnerten sich sowohl Dr. Prall als Prof. Schlünzen. Das richtige Unternehmen bzw. eine passende Unternehmenskultur helfen aber auch. Catrin Jung-Draschil berichtete beispielsweise von expliziter Frauenförderung bei Vattenfall AB, einem schwedischen Unternehmen.

Junge Mädchen zwischen Puppen und Werkzeugen

Ist das Interesse für Naturwissenschaften angeboren oder aber antrainiert? Darüber werden die Gelehrten vermutlich noch Jahrhunderte streiten. Auch auf dem Podium gingen die Antworten auf diese Frage weiter auseinander. Während Dr. Prall eher genetische Ursachen vermutete, wies Prof. Schlünzen auf die Rolle des Elternhauses hin: „Ich habe mit Werkzeugen auf der heimatlichen Werft gespielt, herrlich!“

Was nimmt das EEHH-Cluster von dem inspirierenden Abend und der engagierten Diskussion mit? Mehr Referentinnen bei allen Veranstaltungen und mehr Events zu diesem Thema. Seien Sie gespannt!

Über die Autorin

Profilbild zu: Astrid Dose

Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes.

Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

Fügen Sie als erster einen Kommentar hinzu

* Hierbei handelt es sich um Pflichtfelder.