Jörg Böthling

Von Alpha Ventus bis Merkur Offshore

von Astrid Dose, 
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Meilensteine in zehn Jahren deutscher Offshore-Windindustrie

Wiege der deutschen und der europäischen Offshore-Industrie ist die Nordsee. Den Anfang machte 2010 das Testfeld Alpha Ventus, das Pionierprojekte der Energieversorger EWE. E.ON und Vattenfall.

Jörg Böthling
Jörg Böthling

Mittlerweile stehen rund 30 Offshore-Windparks in der deutschen Nord- und Ostsee mit einer Leistung von ca. 6,4 Gigawatt.

Vorläufer: Near-Shore-Projekte

Die ersten Offshore-Pilot-Projekte gingen als Near-Shore-Anlagen 2004 (Enova Offshore Ems-Emden), 2006 (Offshore-Anlage Rostock) und 2008 (Hooksiel) in Betrieb, bevor 2010 das Offshore-Testfeld Alpha Ventus als erster Hochsee-Offshore-Windpark folgte.

Bard Offshore I – der kommerzielle Pionier

Als erster kommerzieller Offshore-Windparks ging Bard Offshore I 2013 ans Netz. 90 Kilometer vor Borkum recken sich seine 80 Windkraftanlagen in die Luft. Der auf 60 Quadratkilometer stehende Park verfügt mit 400 Megawatt Leistung Park über eines der größten Strompotenziale in Deutschland. Er versorgt rund 400.000 Haushalte mit Strom. Betreiber ist die Ocean Breeze Energy, eine Tochter der HypoVereinsbank.

Riffgat – in Rekordzeit gebaut

In einer Rekordzeit von nur 14 Monaten errichteten EWE und ENOVA Riffgat unter Projektleitung von Irina Lucke, EWE, die gemeinsam mit ihrem Team dafür 2014 den German Renewables Award in der Kategorie „Projekt des Jahres“ erhielt. 15 km nordwestlich von Borkum stehen seine 30 Windanlagen und beliefern ca. 120.000 Haushalte mit 113,4 Gigawatt umweltfreundlichen Strom.

Aktuelle Situation der deutschen Offshore-Industrie

Während 2017 noch 220 Offshore-Windanlagen mit einer Leistung von ca. 1,2 GW ans Netz gingen, lies die Ausbaudynamik 2018 nach. Nur 970 MW wurden angeschlossen – ein Rundgang von 20 Prozent. Die vier Offshore-Windparks Borkum II (200 MW, Nordsee), Deutsche Bucht (269 MW, Nordsee), Hohe See (497 MW, Nordsee) und Merkur Offshore (396 MW, Nordsee), mit einer Gesamtleistung von etwa 1.360 MW, befinden sich aktuell (März 2019) in der deutschen Nordsee im Bau.

Internationaler Vergleich

Mit 43 % aller errichteten europäischen Offshore-Wind-Anlagen liegt das Vereinigte Königreich eindeutig in Führung. Auf Platz 2 folgt Deutschland mit 34 %. Dänemark, Niederlande und Belgien haben aktuell jeweils rund 7 % installiert. Im weltweiten Vergleich liegt China eindeutig an der Spitze.

Mehr zu den Highlights der deutschen Offshore-Geschichte auf der 16. Hamburg Offshore Wind Conference am 2./3.4.19:

https://www.dnvgl.com/events/16th-hamburg-offshore-wind-conference-127241

 

Über die Autorin

Profilbild zu: Astrid Dose

Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes.

Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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