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Voltpark - digitaler Marktplatz für den Kauf und Verkauf von Erneuerbare-Energien-Projekten

Lukas Gräfe und Robin Griehl vom Start-Up Voltpark stehen im Interview Rede und Antwort.

EEHH: Wie ist eure Gründungsidee entstanden? Gab es besondere Umstände?

Lukas Gräfe, Robin Griehl: "Die Idee zu Voltpark entstand aus eigener Erfahrung. Ich (Lukas) habe vor der Gründung mehrere Jahre für ein Hamburger Family Office gearbeitet, das stark in erneuerbare Energien investiert. Regelmäßig erhielten wir Angebote für Projekte, meist in Form kurzer Teaser oder Steckbriefe, die viele Fragen offenließen. Jedes Projekt muss auf beiden Seiten geprüft, aufbereitet und durchgerechnet werden. Das Ergebnis sind zahlreiche Abstimmungen mit verschiedenen Stakeholdern, häufig unabgestimmte Daten, lange Fragelisten und intransparente Prozesse. Wir hören in vielen Gesprächen aber auch das Gegenstück zum Investoren-Problem. Jeder Entwickler kennt eine Handvoll Investoren aus dem eigenen Netzwerk, aber kaum jemand hat den echten Marktüberblick. Wer kauft gerade? In welchen Größen, welchen Technologien, zu welchen Konditionen? Gerade jetzt, wo sich alles bewegt, Co-Location, Strompreise, Förderkulisse, Zinsen, wird das für die Entwickler zum echten Problem.

Hinzu kommt: Klassische Berater nehmen kleinere und mittelgroße Projekte oft gar nicht an, weil ihre Honorare sich erst bei sehr großen Transaktionen rechnen. Für kleinere Projekte zahlt der Entwickler also entweder hohe Gebühren oder muss alles selbst machen. In unserem Gründerteam haben wir uns immer wieder über dieses Problem unterhalten. Irgendwann war klar: Da steckt ein riesiger Markt dahinter, der bisher mit Excel-Tabellen, E-Mails und manueller Arbeit organisiert wird. Genau da setzt Voltpark an. Wir haben Q3 2025 gegründet und sind seit Februar 2026 mit unserer Plattform live."

EEHH: Worum dreht sich eure Technologie? Was steht im Mittelpunkt eurer Geschäftsidee?

Lukas Gräfe, Robin Griehl: "Voltpark ist im Grunde ein digitaler Marktplatz für Projekte aus dem Bereich Erneuerbare Energien. Auf der einen Seite stehen Projektentwickler, die zum Beispiel einen Solarpark oder einen Batteriegroßspeicher gebaut bzw. entwickelt haben und einen Investor bzw. Kapitalgeber suchen. Auf der anderen Seite stehen professionelle Investoren wie Energieversorger, Stadtwerke, Family Offices, IPPs, Infrastrukturfonds, die solche Projekte kaufen und langfristig betreiben wollen. Unsere Innovation steckt darin, dass wir den Verkaufsprozess radikal verkürzen. Wir haben drei Dinge digitalisiert, die heute noch jeder Entwickler und jeder Berater per Hand macht:

Erstens: schnelles Marktsounding. Ein Entwickler kann sein Projekt anonymisiert auf der Plattform einstellen und bekommt innerhalb kurzer Zeit eine Indikation, wie der Markt das Projekt bewertet – ob es überhaupt Interesse gibt, in welcher Preisspanne und von welchem Investorentyp. Das ersetzt Wochen an Telefonaten und Einzelgesprächen.

Zweitens: gezieltes Investorenmatching. Jeder Investor hinterlegt bei uns ein Suchprofil – Technologie, Projektgröße, Region, Reifegrad. Wenn ein neues Projekt reinkommt, schlägt das System nur die Investoren vor, für die es wirklich passt. Der Entwickler muss also nicht mehr blind dutzende Investoren anschreiben, sondern das Projekt landet direkt bei den relevanten Investoren.

Drittens: schnelles und strukturiertes Einholen von Angeboten. Statt parallel verschiedene Gespräche und E-Mail Threads separat zu führen, können Investoren direkt auf der Plattform Interesse bekunden, Datenraumzugriff erhalten und ein Angebot stellen. Der Entwickler kann sie nebeneinander vergleichen und entscheidet selbst mit welchen Interessenten der Verkauf weiterverfolgt werden soll.

Unser Geschäftsmodell ist bewusst einfach: Wir verdienen nur eine Erfolgsprovision, wenn ein Projekt erfolgreich verkauft wird. Es gibt keine monatlichen Gebühren und keine Vorabkosten. Das senkt die Hürde gerade für kleinere Entwickler erheblich.

EEHH: An welchem Punkt steht ihr aktuell in eurer Entwicklung?

Lukas Gräfe, Robin Griehl: "Die Plattform ist seit Februar 2026 live. Auf der Investorenseite haben wir aktuell rund 70 Investoren mit hinterlegten Suchprofilen, darunter Family Offices, IPPs und spezialisierte Fonds mit stark steigender Tendenz. Auf der Projektseite haben wir bisher über zehn Solar- und Speicherprojekte gelistet und die ersten Matches zwischen Investoren und Entwicklern erfolgreich hergestellt. Die Pipeline an neuen Projekten ist gut gefüllt, das freut uns sehr, bedeutet aber auch viel Arbeit: Wir prüfen jedes Projekt einmal intern, fordern die wichtigsten Dokumente an und stellen sicher, dass die Investoren sich auf die Daten verlassen können. Einen großen Teil dieser Arbeit nehmen uns inzwischen KI-gestützte und digitalisierte Workflows ab, was uns hilft, trotz wachsender Pipeline schnell und sauber zu arbeiten. Außerdem haben wir Anfang 2026 eine Förderung der Hamburger Investitions- und Förderbank (IFB) erhalten, was uns hilft, die Plattform weiterzuentwickeln."

EEHH: Welche Pläne und Visionen hegt ihr für die Zukunft?

Lukas Gräfe, Robin Griehl: "Unser Ziel ist es, Voltpark zur zentralen Plattform für Transaktionen mit Erneuerbare-Energien-Projekten zu machen. Von der ersten Einreichung über die Bewertung und das Matching mit Investoren bis hin zum unterschriebenen Vertrag – alles soll an einem Ort passieren, statt über Dutzende E-Mails und Excel-Anhänge verteilt zu sein. Geografisch starten wir in Deutschland, perspektivisch wollen wir den DACH-Raum und weitere europäische Märkte erschließen. Und wir möchten weitere Technologien aufnehmen, neben Solar und Batteriespeichern zum Beispiel Wind, grünen Wasserstoff oder Biogas. Was uns dabei antreibt, ist eigentlich eine sehr simple Beobachtung: Die Energiewende braucht in den nächsten Jahren mehrere hundert Milliarden Euro an privatem Kapital. Kommt dieses Kapital wegen ineffizienter Verkaufsprozesse zu spät bei den Projekten an, verlieren wir wertvolle Zeit und damit Ausbautempo."

EEHH: Wie wollt ihr euch in das EEHH-Cluster einbringen und was erwartet ihr von der Mitgliedschaft?

Lukas Gräfe, Robin Griehl: "Voltpark hat seinen Sitz bewusst in Hamburg – nicht in Berlin oder München, sondern dort, wo die Branche tatsächlich zuhause ist. Wir möchten Akteure über Voltpark für konkrete Projekte zusammenbringen. Das EEHH-Cluster ist für uns deshalb der naheliegende Partner. Im Cluster bringen wir uns gerne in Veranstaltungen und Arbeitsgruppen ein, in denen es um Finanzierung, Investorenansprache oder neue Geschäftsmodelle rund um Solar- und Speicherprojekte geht. Was wir uns vom Cluster erhoffen, ist vor allem der Austausch mit den anderen Mitgliedern, Projektentwicklern genauso wie Investoren und etablierten Unternehmen. Wir sind ein junges Unternehmen und lernen jeden Tag dazu, vom Einsatz künstlicher Intelligenz in Transaktionsprozessen bis hin zu rechtlichen und technischen Details im Betrieb. Ein Netzwerk wie EEHH ist für uns dabei extrem wertvoll. "

Vielen Dank für das spannende Interview und weiterhin viel Erfolg!

Über Astrid Dose

Profilbild zu: Astrid Dose

Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes. Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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von Astrid Dose