TÜV Nord Group

Spüren, wie der Wind weht

von EEHH Gastautor, 
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Um Windmessungen durchzuführen, setzen Unternehmen bei der Bestimmung des standortspezifischen Windpotenzials und anschließend zum Beispiel bei der Erstellung von Windpotenzial- und Ertragsgutachten vermehrt auf das LiDAR-Messverfahren, statt auf herkömmliche Messmasten.

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Um Windmessungen durchzuführen, setzen Unternehmen bei der Bestimmung des standortspezifischen Windpotenzials und anschließend zum Beispiel bei der Erstellung von Windpotenzial- und Ertragsgutachten vermehrt auf das LiDAR-Messverfahren, statt auf herkömmliche Messmasten. Warum das so ist, erklärt Lena Brautmeier von TÜV NORD.

Bevor eine Windenergieanlage errichtet werden kann, wird ein bankfähiges Ertragsgutachten benötigt. Für die Bestimmung des standortspezifischen Windpotenzials beziehungsweise für die Erstellung eines Ertragsgutachtens kann man entweder auf die Ertragsdaten der umliegenden Windenergieanlagen zurückgreifen oder, falls es vor Ort noch keine Windenergieanlagen gibt, Windmessungen durchführen. Mittels dieser lassen sich zukünftige Erträge, Wirtschaftlichkeit und effiziente Positionierung von Windenergieanlagen ermitteln.

Lange Zeit hat man bei Windmessungen auf eine Mastmessung vertraut. Dabei werden auf einem Mast mehrere Messgeräte (z.B. Anemometer und Windfahnen) befestigt, um die Windverhältnisse (Windgeschwindigkeit und Windrichtung) zu messen. Seit einigen Jahren gehen Unternehmen aber verstärkt dazu über, die atmosphärischen Gegebenheiten per LiDAR-Verfahren zu messen.

Über die Autorin

Profilbild zu: Lena Brautmeier

Lena Brautmeier arbeitet bei TÜV NORD EnSys im Bereich Site Assessment & Inspection Renewables. Vor mehr als 150 Jahren gegründet, steht TÜV NORD als Wissensunternehmen mit einer Vielzahl an Ingenieurinnen, IT-Security-Experten oder Fachleuten für die Mobilität der Zukunft weltweit für Sicherheit und Vertrauen. Anfang 2019 akkreditierte die Deutsche Akkreditierungsstelle TÜV NORD für die Durchführung von LiDAR-Windmessungen.

Kosten- und Zeitersparnis durch kompakte Form

Das LiDAR-Verfahren (Light Detection and Ranging) ist ein Fernmessverfahren. Es werden Laserstrahlen ausgesendet, die an Aerosolen in der Luft reflektiert und wieder zurückgesendet werden. Dadurch lassen sich Windverhältnisse selbst beibis zu einer Höhe von 200 Metern und höher messen. Das Gerät kann parallel auf unterschiedlichen Höhen die Windverhältnisse bestimmen. Das ist zwar auch bei einem Messmast möglich. Doch müssen dort auf verschiedenen Messhöhen Messgeräte aufwendig verbaut werden. Das spielt insbesondere bei neueren Windenergieanlagen, die über eine große Nabenhöhe verfügen, eine Rolle. Dort lässt sich mit einem LiDAR vor allem in großen Höhen kostengünstiger messen.

Die Vorteile eines LiDAR-Messgerätes liegen vor allem in seiner kompakten Form. So lässt es sich einfach per Autoanhänger zum Einsatzgebiet transportieren. Mit einer autonomen Stromversorgung und entsprechendem Witterungsschutz kann es problemlos auf dem freien Feld, einer Waldlichtung oder anderen großen Arealen aufgestellt beziehungsweise, je nach Stand der Technik, flexibel umgesetzt werden. Zwar muss das Gerät sicher und stabil stehen, aber im Gegensatz zu Messmasten müssen keine Bohrungen vorgenommen werden.

Bau von Messmasten ist oft komplex

Zusätzlich lassen sich LiDAR-Messgeräte in nur wenigen Stunden an der gewünschten Stelle aufstellen. Bei einem Messmast können durchaus ein paar Monate vergehen, bis dieser komplett funktionsfähig ist – denn für den Bau braucht es eine Baugenehmigung. Zudem fehlen in manchen Regionen gut ausgebaute Zufahrtsstraßen, über die sich Materialien oder Baumaschinen zum Einsatzort transportieren lassen.

Durch die kompakte Form und die große Reichweite des Lasers sind LiDAR-Messgeräte eine echte lohnenswerte Alternative zu Messmasten. Insbesondere in der Anfangsphase von Windparkprojekten lassen sich langfristig wertvolle Zeit, Geld und Ressourcen sparen.

Weitere Informationen: https://www.tuev-nord.de/de/unternehmen/energie/erneuerbare-energien/windenergie/

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