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„It’s a Match“ zwischen Dänemark, Hamburg und Schleswig-Holstein Hamburger Wasserstoffdelegation zu Besuch in Dänemark

Wie können Norddeutschland und Dänemark gemeinsam den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft vorantreiben? Wie könnte dänischer Wasserstoff nach Deutschland kommen? Diese Fragen beschäftigten die Wasserstoffdelegation aus Hamburg und Schleswig-Holstein rund um Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann bei ihrem Besuch in Kopenhagen.

„It’s a Match“ zwischen Dänemark, Hamburg und Schleswig-Holstein
Podiumsdiskussion während des Hamburg Copenhagen Business Forum (Bild: Tom Mikus/EEHH)

Gemeinsam mit dem schleswig-holsteinischen Staatssekretär Tobias Goldschmidt, Vertretern der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation, Unternehmen wie Vattenfall, Hamburg Port Authority (HPA), Hamburg Hafen und Logistik AG (HHLA), Shell, der Reederei F. Laeisz und des  Hamburger Flughafens sowie Vertretern von Hamburg Invest und des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) besuchte Senator Michael Westhagemann das Hamburg Copenhagen Business Forum und einen exklusiven Round Table mit dänischen Unternehmen. Das Thema Wasserstoff stand dabei ganz oben auf der Agenda.

Hamburg Copenhagen Business Forum

Das vom dänischen Industrieverband Dansk Industri, der Handelskammer Hamburg und der AHK Dänemark organisierte Hamburg Copenhagen Business Forum stellte den Auftakt des Besuchs dar. Das Forum widmete sich im Plenum und einzelnen Workshops dem Thema „Germany and Denmark – Joining Forces for Green Growth“. Die ersten Impulse für die mehr als 200 Teilnehmer*innen, davon ca. 40 aus Hamburg, kamen vom dänischen Transportminister Benny Engelbrecht sowie dem Hamburg Ambassador in Dänemark und CEO von Rambøll, Jens-Peter Saul, die beide Projekte für eine nachhaltige und grüne Zukunft initiieren und umsetzen möchten.

In der anschließenden Diskussionsrunde formulierte Lykke Friis, ehemalige dänische Klima- und Energieministerin und verdiente Förderin der deutsch-dänischen Beziehungen, direkt zu Beginn den Aufruf an deutsche und dänische Akteure, sich gemeinsamen Projekten für mehr Nachhaltigkeit zu verschreiben. Senator Michael Westhagemann machte während der Diskussionsrunde deutlich, dass er sich eine abgestimmte Strategie zum Aufbau einer Nordeuropäischen Wasserstoffwirtschaft wünsche, da er hier ein großes Potential sehe. In eine ähnliche Richtung steuerte Martin Neubert, CCO des dänischen Energiekonzerns und weltweiten Marktführers für Offshore-Windparks Ørsted. Er sehe im möglichen Importgeschäft von Wasserstoff aus Dänemark nach Deutschland eine große Chance zur Zusammenarbeit.

Aber Wasserstoff ist nicht das einzige Thema, das für Dänemark und Norddeutschland von gemeinsamer Bedeutung ist. So ist Sebastian Averdung, Geschäftsführer von Averdung Ingenieure & Berater und gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des EEHH-Fördervereins, überzeugt, dass die dänischen Entwicklungen in den Bereichen der erneuerbaren Wärmeversorgung und Solarthermie auch für Hamburg als positives Beispiel dienen können. Mimi Sewalski, Geschäftsführerin des Avocado Store, wies darauf hin, dass es bei nachhaltigen Lösungen jeglicher Art auf ein richtiges Storytelling ankomme – so könne auch grünem Wasserstoff durch die richtige Geschichte zum Erfolg verholfen werden.

Round Table „Hydrogen – Shaping the Future“

Am Nachmittag stand für die norddeutsche Delegation rund um Senator Michael Westhagemann noch die Teilnahme an einem exklusivem Round Table zum Thema „Hydrogen – Shaping the Future“ an, zu dem Hamburg Ambassador Jens-Peter Saul das „Who’s who“ der dänischen Energiewirtschaft geladen hatte. Dan Jørgensen, amtierender dänischer Minister für Klima, Energie und Versorgung, betonte in seiner Rede, dass er der Zusammenarbeit mit Hamburg und Norddeutschland eine große Bedeutung beimesse. Beide Seiten hatten im weiteren Verlauf des Round Tables ausreichend Gelegenheit, aktuelle Vorhaben wie die geplanten dänischen Energieinseln in Nord- und Ostsee oder die Important Projetcs of Common European Interest (IPCEI) vorzustellen und Anknüpfungspunkte zu finden. EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens stellte dazu die Projekte des Hamburger Wasserstoffverbunds und das gerade startende Norddeutsche Reallabor vor.

Die Teilnehmer*innen auf dänischer Seite kamen von Ørsted, Copenhagen Infrastructure Partners, Haldor Topsøe, Siemens Energy, MAN Energy Solutions, COWI, Energinet, Danfoss, HOFOR, Total Energies, Port of Esbjerg, City of Esbjerg, Nature Energy, Dansk Industri, des AHK Dänemark und Rambøll. Insbesondere der Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur wie Pipelines, die Dänemark, Schleswig-Holstein und Hamburg miteinander verknüpfen, hat sich als wichtiges Thema für die künftige Zusammenarbeit ergeben. Hier bieten die zuletzt erschienene Machbarkeitsstudie von Gasunie und Energinet sowie ein Gutachten des Landes Schleswig-Holsteins zu Wasserstofferzeugung und -märkten erste Ausgangspunkte für einen intensivierten Austausch.

Über den Autor

Profilbild zu: Tom Mikus

Seit 2019 arbeite ich als Projektmanager International für das Erneuerbare Energien Hamburg Cluster und widme mich dem Austausch zu erneuerbaren Energien über die Grenzen Deutschlands hinweg. Hier berichte ich über die aktuellen Entwicklungen und Aktivitäten des Clusters und Erneuerbare-Energien-Standorts Hamburg auf internationaler Ebene.

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