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Intelligentes IT-Backend für Hamburgs Ladeinfrastruktur

von EEHH Gastautor, 
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Die Verkehrswende ist in Hamburg schon in vollem Gange: Mehr und mehr E-Autos sind im Stadtbild sichtbar. Die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen sind in ganz Deutschland auf einem Rekordwert.

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Im Ländervergleich ist Hamburg führend, jedes 55. Auto ist ein „Stromer“ oder Plug-In-Hybrid. Die Folge: ein neuer Spitzenwert von über 37.000 Ladevorgängen an öffentlicher Hamburger Ladeinfrastruktur im Januar 2021. Bei einer prognostizierten Erhöhung auf eine Mio. jährliche Ladevorgänge bis 2023 und einem zunehmenden Anteil volatiler erneuerbarer Energien, muss die allgemeine Versorgungssicherheit im Stromverteilnetz gewährleistet bleiben. Daher kommt der netzdienlichen Steuerung von Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen im Stromnetz eine wichtige Rolle zu.

Auch hier ist Hamburg Vorreiter: Das Modellprojekt „Electrify Buildings for EVs“ (ELBE) forciert den netzverträglichen Ausbau der E-Mobilität außerhalb des öffentlichen Raumes und damit die Versorgungssicherheit der Stromnetze. Denn alle über das Projekt geförderten Ladestationen im Stadtgebiet sollen netzdienlich und intelligent steuerbar sein: Durch eine neu entwickelte IT-Schnittstelle kann die Ladeinfrastruktur Signale vom Netzbetreiber zur Anpassung der Leistungsentnahme erhalten und direkt umsetzen. Bei kritischer Auslastung oder Lastspitzen im Stromnetz, beispielsweise durch viele zeitgleich ladende E-Fahrzeuge, übermittelt der Verteilnetzbetreiber Signale zur maximalen Leistungsentnahme an den betroffenen Ladeeinrichtungen an den Ladestationsbetreiber (Charge Point Operator, CPO). Über ein Backend des CPO geht die Information an den jeweiligen Ladepunkt, dessen Leistungsentnahme entsprechend angepasst wird. So wird die Zuverlässigkeit der Stromversorgung der Stadt auch beim erwarteten Hochlauf der Elektromobilität und rapider Zunahme an Ladevorgängen weiterhin bestehen. Die Technik dahinter ist komplex – Verteilnetzbetreiber, Ladestationsbetreiber und Forschungseinrichtungen arbeiten im Projekt ELBE intensiv zusammen. Als deutschlandweite Blaupause für netzdienliche Integration von Ladeinfrastruktur steht die IT-Schnittstelle jedem CPO als Download und zur Integration zur Verfügung: www.elbe-hh.de/infothek/IT-Schnittstelle

Der Ausbau des netzdienlichen Ladens durch ELBE wird vom Bund unterstützt: Die Ausstattung von Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie Firmenarealen mit Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge wird gefördert und steht juristischen Personen, Personengruppen und Unternehmen am Standort Hamburg zur Verfügung. Voraussetzung für geförderte Ladepunkte ist die Steuerung des Lastmanagements über einen teilnehmenden CPO, der die IT-Schnittstelle umgesetzt hat. Alle Informationen rund um das Projekt, die Förderung und die Spezifikationen zur IT-Schnittstelle sind hier abrufbar: www.elbe-hh.de

Dr.-Ing. Annika Magdowski ist Ingenieurin im Fachbereich der Energietechnik und seit knapp zwei Jahren bei Stromnetz Hamburg für das Innovationsmanagement im Gebiet der Elektromobilität tätig. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in der netzdienlichen Integration von Ladeinfrastruktur in das Hamburger Verteilnetz, um den Hochlauf der Elektromobilität in Hamburg auch aus der Perspektive des Stromnetzbetreibers möglich zu machen.

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