Offshore-Park Gwynt y Mor (Siemens Gamesa Renewable Energy)

Europaweit entdecken Offshore-Akteure Wasserstoff-Potenzial:

von Astrid Dose, 
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Aktuelle Projekte im Porträt

Reallabor „Westküste 100“ in Schleswig-Holstein

Dreh- und Angelpunkt des Reallabors „Westküste 100“ stellt der Forschungs- und Entwicklungsansatz dar, aus Offshore-Windenergie grünen Wasserstoff zu produzieren und die entstehende Abwärme zu nutzen.

Offshore-Park Gwynt y Mor (Siemens Gamesa Renewable Energy)
Offshore-Park Gwynt y Mor (Siemens Gamesa Renewable Energy)

Der grüne Wasserstoff soll beispielsweise für die Produktion klimafreundlicher Treibstoff für Flugzeuge genutzt werden. Für die Treibstoffherstellung nutzt die regionale Zementproduktion in Schleswig-Holstein überschüssiges CO2. Die branchenübergreifende Partnerschaft besteht aus EDF Deutschland, Holcim Deutschland, Open Grid Europe, Ørsted, der Raffinerie Heide, den Stadtwerken Heide und Thyssenkrupp Industrial Solutions – gemeinsam mit der Entwicklungsagentur Region Heide und der Fachhochschule Westküste. Über den finalen Zuschlag entscheidet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie voraussichtlich in 2020.

Testfeld in der deutschen Ostsee

Um Pilotanlagen ohne exorbitanten Kostenaufwand testen zu können, soll vor der Ostseeküste in Warnemünde ein Testfeld für Offshore-Windparks ohne Netzanschluss entstehen, also Power-to-Gas auf See. Entsprechend des Landesraumentwicklungsprogramms umfasst die Fläche 13 Quadratkilometer. Eine vorangegangene Änderung des Windenergie-auf-See-Gesetzes im Jahr 2018 ermöglichten die Realisierung dieser Sondernutzungsflächen. Dena-Chef Andreas Kuhlmann betonte an verschiedenen Stellen das Potenzial für die Erzeugung grüner Kraftstoffe in Deutschland.

Dänische Energie-Insel in der Nordsee

Ambitionierte Pläne hegt die dänische Regierung, allen voran der dänische Klima- und Energieminister Dan Jørgensen, der auf der Madrider Klimakonferenz COP 25 im November 2019 verkündete, noch vor 2030 eine Energie-Insel in der Nordsee zu realisieren. Konkret soll eine künstliche Insel aus Sand aufgeschüttet werden, deren Anlagen Windstrom in Wasserstoff und grüne Kraftstoffe umwandelt. Besonders die Entwicklung von Power-to-X-Anlagen möchte die Regierung fördern – Investitionsvolumen voraussichtlich: 27 bis 40 Milliarden Euro.

Offshore-Kooperation Bundesrepublik Deutschland und Vereinigtes Königreich

Auch das Vereinigte Königreich hat in Kooperation mit Deutschland enormes Potenzial in der Nutzung von Wasserstoff aus Offshore-Windanlagen erkannt. Auf einer Veranstaltung des Bundesverbandes der Windparkbetreiber BWO im November 2019 wies Sir Sebastian Wood, Britischer Botschafter in Deutschland, darauf hin, dass beide Länder über 85 Prozent der installierten Kapazität in Europa verfügten und stärker im Bereich der Wasserstoff-Erzeugung kooperieren sollten. Catrin Jung, BWO-Vorstandsvorsitzende, warb für einen „Masterplan Wasserstoff“.

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Über die Autorin

Profilbild zu: Astrid Dose

Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes.

Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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