Future City Campus Hamburg (Hamburg Media Server)

Europäischer Hoffnungsträger Wasserstoff –

von Tom Mikus, 
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European Hydrogen Valleys Partnership gegründet

Europäische Regionen vernetzen sich zum Thema Wasserstoff; nationale Wasserstoffvorhaben in Übersee und Europa nehmen Form an – ein kurzer Überblick.

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Wasserstoff ist Schlüsselelement der künftigen Energieversorgung im Industrie- und Mobilitätssektor und somit zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2050. Nach und nach bringen sich wichtige in Startposition. Im European Green Deal der Europäischen Kommission spielt Wasserstoff eine Schlüsselrolle; die „European Hydrogen Valleys Partnership“ formiert sich. Zahlreiche Staaten, Region oder Städte haben eigene Ziele für eine erfolgreiche Wasserstoffwirtschaft formuliert.

European Green Deal

Die Zäsur durch die Covid-19-Pandemie hat den European Green Deal zu einem wichtigen Instrument des wirtschaftlichen Wiederaufbaus der Europäischen Union gemacht. Darin ist neben der energetischen Sanierung von Gebäuden und Infrastruktur sowie einer forcierten Verkehrswende vor allem vom Ausbau erneuerbarer Energien und dem Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft die Rede. Über einen Zeitraum von zwei Jahren sollen Erneuerbare Energien mit einer Kapazität von 15 GW ausgeschrieben und der Forschungsetat für Wasserstoff verdoppelt werden.

European Hydrogen Valleys Partnership

Innerhalb der europäischen Union hat sich mit dem „European Hydrogen Valleys Partnership“ ein umfassendes Bündnis aus Regionen und Städten gebildet. Mit Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen sowie Hamburg (seit Mai 2020) und der Region Heide in Schleswig-Holstein (seit April 2020) stammen fünf der insgesamt über 30 teilnehmenden Projektregionen aus Deutschland. Angeführt wird die Partnerschaft von der spanischen Region Aragon, den französischen Regionen Auvergne-Rhône-Alpes und Normandie sowie der Region Nordniederlande. Insbesondere mit den Regionen im Norden der Niederlande, Skandinavien und Schottland möchte die Freie und Hansestadt Hamburg im Bereich Wasserstoff.

„Die Regionen sind wesentliche Treiber der Wasserstofftechnologie. Mehr denn je ist es jetzt wichtig zukunftsfähige und nachhaltige Ideen zu entwickeln und zu treiben. Die Wasserstofftechnologie sollte aus meiner Sicht im Rahmen der jetzt benötigten Förderprogramme in der Nachfolge der Corona-Krise stärker berücksichtigt werden. Damit könnten gleich zwei positive Effekte erreicht werden: eine unmittelbare Stärkung der Wirtschaft über die Wiederaufnahme des laufenden Geschäfts hinaus und deren nachhaltige Ausrichtung wesentlicher Sektoren wie Industrie und Verkehr“, so der Hamburger Wirtschafts- und Innovationssenator Michael Westhagemann. In der zweiten Jahreshälfte 2020 wird die „European Hydrogen Valleys Partnerships“ erste gemeinschaftliche Initiativen entwickeln und konkrete industrielle Projekte anstoßen.

Beispielhafte nationale Wasserstoffvorhaben

In der niederländischen Industrie wird grauer, aus Erdgas produzierter Wasserstoff bereits seit einiger Zeit verwendet. Diesen grauen Wasserstoff möchten die Niederländer im Rahmen einer nationalen Wasserstoffstrategie durch klimaneutralen, grünen ersetzen, der über das existierende Gasnetz transportiert werden soll. Im Belgien bestehen ambitionierte Pläne zur Erzeugung von grünem Wasserstoff aus Windenergie.

Im asiatischen Raum gilt Japan als einer der Vorreiter gewesen; Fahrzeughersteller wie Toyota sind Treiber der Wasserstoffmobilität. Im März 2020 wurde beispielsweise in der Präfektur Fukushima ein 10-MW-Elektrolysekraftwerk eingeweiht worden, das aus Sonnenenergie Wasserstoff für die Befüllung von täglich ca. 500 Fahrzeugen liefern soll.

Weitere Informationen zum European Hydrogen Valleys Partnership finden Sie hier:
https://s3platform.jrc.ec.europa.eu/hydrogen-valleys

Eine Übersicht zu weiteren nationalen Wasserstoffvorhaben (z.B. Südkorea, Indien, Russland, Taiwan) finden Sie auf der Seite von Germany Trade & Invest:
www.gtai.de/gtai-de/trade/specials/wasserstoff-ein-globaler-ueberblick-234570

Über den Autor

Profilbild zu: Tom Mikus

Seit 2019 arbeite ich als Projektmanager International für das Erneuerbare Energien Hamburg Cluster und widme mich dem Austausch zu erneuerbaren Energien über die Grenzen Deutschlands hinweg. Hier berichte ich über die aktuellen Entwicklungen und Aktivitäten des Clusters und Erneuerbare-Energien-Standorts Hamburg auf internationaler Ebene.

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