„Es wird höchste Zeit, den Klimawandel zu stoppen!“

von Astrid Dose, 
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Interview mit Max Schulze, Vorstandsvorsitzener der Sustainable Digital Infrastructure Alliance e.V. (SDIA Alliance)

Im folgenden Interview berichtet Max Schulze, Vorstandsvorsitzender der Sustainable Digitale Infrastructure Alliance e.V. (SDIA Alliance), wie seine Partner und er die Digitalwirtschaft nachhaltiger gestalten wollen.

EEHH: Die SDIA Alliance ist am EU-Projekt „Eco Cube“ beteiligt. Worum geht es dabei konkret?

Max Schulze: „Im EU-Projekt ‚Eco Cube‘ arbeiten unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des türkischen Unternehmens Lande, die Käfige für Rechenzentren herstellen, der Schweizer Unternehmen Empa und Helio, von Veolia, der Vattenfall Europe GmbH und verschiedener europäischer Universitäten zusammen. Wichtigstes Ziel für alle Beteiligten ist die energetische Integration von bestehenden Rechenzentren in das Energiesystem. Rechenzentren verbrauchen viel zu viel überflüssige Energie, da Kühlsysteme und Batterien selbst bei geringer Auslastung des Rechenzentrums auf höchster Stufe laufen. Das muss sich dringend ändern und nachhaltiger werden. Wir möchten eine dynamische Anpassung, d.h. eine Flexibilisierung, erzielen. Insgesamt stehen uns im Projekt ‚Eco Cube‘ 5 Millionen Euro über drei Jahre aus dem Horizon-2020-Programm zur Verfügung.“

EEHH: Was dürfen wir uns unter der Sustainable Digital Infrastructure Alliance (SDIA Alliance) vorstellen? Warum haben Sie und Ihre Partner sie gegründet?

Max Schulze: „Meine Partner und ich in der Sustainable Digital Infrastructure Alliance e.V. haben alle in unserem vorherigen Leben als erfolgreiche Software-Entwickler und Investoren gearbeitet. Wir möchten der Gesellschaft jetzt etwas zurückgeben, vor allem für die nachfolgenden Generationen. Daher verfolgen wir konkret die Mission, die Digitalwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Der Klimawandel hat mich persönlich zu einer ‚wandelnden Panikattacke‘ gemacht. Wir müssen jetzt etwas unternehmen – wir haben de facto nur noch zehn Jahre Zeit, nicht viel.

Die SDIA, eine Art Verband aus mehr als 20 Mitgliedern, finanziert sich rein aus privaten Mitteln, und alle ihre Vorstandsmitglieder arbeiten dezentral, d.h. in verschiedenen europäischen Städten. Die meisten von uns leben allerdings in Hamburg, dem Ursprungsort, ich selbst in Amsterdam aktuell. Der große Unterschied zu herkömmlichen Verbänden besteht darin, dass wir nicht die Positionen unserer Mitglieder vertreten. Aktuell trägt sich die SDIA noch nicht selbst.“

EEHH: Wie bewerten Sie die Rolle Deutschlands im Bereich der erneuerbaren Energien? Immer noch Vorreiter oder mittlerweile Schlusslicht?

Max Schulze: „Wir glauben immer noch, dass Deutschland im Bereich der Technologien Vorreiter ist, z.B. im neuen Feld der Wasserstofftechnologien. Der neue Sport für uns ist Systemdenken. Nur dann kann sich etwas ändern. Es macht definitiv Sinn, neue Entwicklungen aus Deutschland heraus anzutreiben. In der SDIA sind wir immer auf der Suche nach neuen Partnern, auch hier in unserem Ursprungsland.“

Vielen Dank für Ihre Zeit und das spannende Interview, Herr Schulze, und viel Erfolg für alle künftigen Projekte!

https://blog.sdialliance.org/press-release-sdia-launches-horizon-2020-eu-project-eco-qube

Über die Autorin

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Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes.

Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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