Michael Eggenschwiler (Michael Penner)

Energiewende – eine globale Herausforderung braucht globale Antworten

von EEHH Gastautor, 
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Warum wir die Wasserstoffwirtschaft international und nicht regional oder national aufbauen müssen.

Wir brauchen nicht mehr darüber zu diskutieren, dass die Dekarbonisierung ohne grünen Wasserstoff nicht zu schaffen ist.

Michael Eggenschwiler (Michael Penner)
Michael Eggenschwiler (Michael Penner)

Oder dass wir den Energieträger H2 brauchen um die ambitionierten Ziele der EU und der Bundesregierung zu erreichen, welche die Klimaneutralität Deutschlands bis 2045 vorsieht. Die Energiewelt wird sich stark verändern und die Zeichen stehen dabei auf Grün: Anhaltend sinkende Preise für Strom aus erneuerbaren Energien und kontinuierliche Innovationen haben nachhaltigen Wasserstoff zu einer tragfähigen Lösung für eine klimaneutrale Wirtschaft in Industrie, Verkehr und im Energie- und im Gebäudesektor gemacht.

Wasserstoffstrategien wurden daher auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene zahlreich beschlossen. Dazu kommen rasant mehr Forschungs- und Pilotprojekte, Netzwerkaktivitäten und Info-Portale zum Energieträger Wasserstoff auf den Markt.

Auch in Norddeutschland haben die fünf Bundesländer 2019 eine gemeinsame Wasserstoffstrategie beschlossen. Diese verfolgt das Ziel, im Norden Deutschlands bis zum Jahr 2035 eine grüne Wasserstoffwirtschaft aufzubauen. Damit besteht für die Region ein enormes Zukunftspotenzial – der Norden bietet mit dem direkten Zugang zu den Windparks in Nord- und Ostsee beste Voraussetzungen, grünen Wasserstoff zu erzeugen, zu speichern, zu nutzen und über die deutschen Seehäfen zu handeln.

Die Entwicklung ist vielversprechend. Es hat sich aber auch gezeigt, kein Standort kann eine autarke Wasserstoffwirtschaft allein aufbauen. Hamburg ist ein gutes Beispiel dafür: Wir haben die Industrie und den energieintensiven Hafen und damit den Zugang zum Welthandel. Den Wind aber haben unsere Nachbarn - nur gemeinsam mit den umliegenden Bundesländern können wir als Region mit grünem Wasserstoff erfolgreich sein. Dabei geht es nicht allein um Fragen der Standortbedingungen oder der Logistik, wir brauchen auch den Austausch von Know-how. Wissen ist die einzige Ressource, die sich vermehrt, je mehr man sie nutzt.   

Um die Wasserstofftechnologie zum Erfolg zu führen, brauchen wir also Vernetzung und Kooperation aller Akteure: Der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Politik und nicht zuletzt der Gesellschaft. Dazu muss diese Zusammenarbeit auf internationaler Ebene erfolgen, allein schon deshalb, weil nachhaltig produzierter Wasserstoff, der überwiegend in sonnen- und windreichen Ländern hergestellt wird, global gehandelt werden wird. Dies ist Plädoyer dafür, eine marktreife, verlässliche grüne Wasserstoffwirtschaft grenzüberschreitend aufzubauen und dafür, einen gemeinsamen roten Faden zu entwickeln – der bislang fehlt.

Um die internationale Zusammenarbeit zu fördern und die zahlreichen Wasserstoffaktivitäten zu vernetzen, haben wir mit der Wasserstoffgesellschaft Hamburg und der IHK Nord das International Hydrogen Symposium initiiert. Das Symposium wird am 15. Juni bereits zum zweiten Mal stattfinden. Die Vortragssprache des Symposiums ist Englisch und wir haben Referentinnen und Referenten aus der ganzen Welt dabei – aus Chile, Marokko, Schweden, den Vereinigten Arabischen Emiraten, den Niederlanden und den USA. Eine Vernetzung untereinander ist trotz digitaler Umsetzung wichtiger Bestandteil des Events: Der Live-Stream kann weltweit verfolgt werden, dazu bieten wir den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in Gruppen an quasi virtuellen Stehtischen zu speziellen Wasserstoffthemen auszutauschen und auch individuell miteinander in Kontakt zu treten.

Eine kostenfreie Anmeldung ist hier möglich: https://h2symposium.goes-virtual.de/

Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch und hoffentlich viele neue Kooperationen.   

Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg e.V.

Michael Eggenschwiler ist Vorsitzender der Geschäftsführung des Hamburg Airport sowie Vorsitzender der Wasserstoff- Gesellschaft Hamburg e. V., die seit 1989 die Einführung der umweltfreundlichen Wasserstoff-Energie in die Energiewirtschaft fördert und in der Öffentlichkeit für den Wasserstoff als Energieträger wirbt. Die Gesellschaft setzt auf eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Hamburg und Norddeutschland und arbeitet mit der Projektgesellschaft hySOLUTIONS GmbH und den Hamburger Hochschulen zusammen. Mehr unter https://www.h2hamburg.de/

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