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Clusterbrücken schlagen Interview mit EEHH-Vorstandsmitglied Florian Berghausen zu KLIMAready

Im Gespräch erläutert Florian Berghausen, EEHH-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer bei ad fontes, sein Engagement im Projekt KLIMAready.

EEHH: Was sind Deine bzw. eure Beweggründe für das Engagement bei KLIMAready?

Florian Berghausen: "Als Vorstand im Cluster Erneuerbare Energien Hamburg brenne ich für Initiativen, die Brücken zwischen Unternehmen, Branchen und Disziplinen schlagen – und mache dabei gern selbst mit an. KLIMAready ist genau so eine Initiative, und deshalb bin ich mit voller Überzeugung dabei. Dazu kommt ein sehr handfester Grund: Mit ad fontes sitzen wir mitten im Quartier Schnackenburgallee – wir sind also nicht nur Berater, sondern selbst betroffen. Genau deshalb bringen wir unser Know-how gern für unsere Nachbarn ein: für klimafreundliche Lösungen bei der Wärme ebenso wie bei der Stromerzeugung mit Photovoltaik. Was wir hier gemeinsam auf die Beine stellen, zahlt am Ende auf den Standort ein, an dem wir jeden Tag selbst arbeiten. Diese Doppelrolle – Cluster hier, ansässiger Betrieb dort – macht das Projekt für mich richtig spannend."

EEHH: Worum geht es in der dritten Cluster-Brücke?

Florian Berghausen: "Die Cluster-Brücke 3 nimmt sich das Gewerbegebiet Schnackenburgallee vor – eines der größten und zentralsten Industriegebiete Hamburgs, mit über 1.000 Betrieben, einem bunt gemischten Branchenmix und Unternehmen, die teils seit über 100 Jahren hier verwurzelt sind. Namen wie OTTO DÖRNER, Bode Chemie, der HSV oder altona Diagnostics stehen Tür an Tür mit unzähligen Handwerks-, Produktions- und Logistikbetrieben. Zwei große Fragen treiben uns an: Wie werden wir klimaneutral – und wie machen wir den Standort fit für die Folgen des Klimawandels? Ziel ist, firmenübergreifende Themen zu finden, die beides voranbringen: die Klimaneutralität Hamburgs bis 2040 und die Widerstandsfähigkeit der Betriebe vor Ort – Stichworte Hitzeschutz, Starkregenvorsorge, Standortresilienz. Der KLIMAready-Ansatz ist dabei bewusst kooperativ: Kräfte vernetzen, Ressourcen bündeln, Insellösungen vermeiden. Der eigentliche Hebel liegt darin, gemeinsam Lösungen zu stemmen, an denen ein einzelner Betrieb allein scheitern würde."

EEHH: Dein Eindruck von den Abläufen und Meetings

Florian Berghausen: "Wir stehen noch ganz am Anfang – bisher ein Kick-off im Juli und eine einstündige Online-Runde Ende August. Trotzdem ist mein Eindruck rundum positiv: Die Neugier ist groß, und die Firmen investieren Zeit, obwohl das Thema für die meisten weit weg vom Kerngeschäft liegt. Besonders auffällig ist die Lust, schnell ins „Machen" zu kommen. Alle wollen zügige, greifbare, vor allem konkrete Ergebnisse sehen. In dieser frühen Phase ist das eine echte Herausforderung, denn die Themen sind noch nicht sortiert – wir sind mitten in einer Brainstorming- und Orientierungsphase. Das Schöne: Erste konkrete Handlungsfelder schälen sich schon heraus. Ganz vorn dabei sind gemeinschaftlich genutzte Wärme – etwa ein gemeinsamer Fernwärmeanschluss oder die Versorgung ganzer Straßenzüge über BHKW bzw. Großwärmepumpen – sowie Kühl- und Anpassungsmaßnahmen an Gebäuden, allen voran Fassadenbegrünung gegen die Hitze in Hallen und auf Betriebsflächen. Auch gezielte Entsiegelung, dort, wo es möglich ist, kann ein Thema werden. Hier lässt sich jetzt anknüpfen – und genau diese Zuspitzung nehmen wir mit in den nächsten Präsenz-Workshop im Oktober."

EEHH: Schon gemeinsame Verbundprojekte mit ad fontes?

Florian Berghausen: "Nein – KLIMAready ist unsere Premiere. In einem gemeinsamen, geförderten Verbundprojekt arbeiten wir hier zum ersten Mal zusammen; die Cluster-Brücke 3 ist der erste gemeinsame Rahmen dieser Art. Umso mehr Lust haben wir, den Austausch jetzt richtig aufzubauen."

Vielen Dank für das spannende Interview!

Florian Berghausen/ad fontes

Über Astrid Dose

Profilbild zu: Astrid Dose

Reden, schreiben und organisieren – und das mit viel Spaß! So sehen meine Tage beim EEHH-Cluster aus. Seit 2011 verantworte ich die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Hamburger Branchennetzwerkes. Von Haus aus bin ich Historikerin und Anglistin, mit einem großen Faible für technische Themen.

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von Astrid Dose