Sauberer Strom im Aufwind

Der Norden macht die Energiewende möglich

Windenergieanlage auf der Dradenau © Nordex SE
Windenergieanlage auf der Dradenau © Nordex SE

Deutschland hat die Energiewende beschlossen. Bereits in zehn Jahren sollen mehr als 35 Prozent der deutschen Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Biogas stammen. In der ersten Jahreshälfte 2012 haben die erneuerbaren Energien erstmals die 25-Prozent-Marke überschritten. Beim Ausbau der „sauberen“ Stromerzeugung und -übertragung wird Norddeutschland eine zentrale Rolle einnehmen. Die Metropolregion Hamburg – von Cuxhaven bis Lübeck und von Neumünster bis Lüneburg – ist bereits heute das Zentrum der norddeutschen Aktivitäten. Nach einer Prognos-Studie im Auftrag des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) arbeiten rund 25.000 Menschen hier in der regenerativen Energiewirtschaft. Die in der Metropolregion Hamburg ansässigen Unternehmen erwarten bis zum Jahr 2015 sogar ein weiteres Arbeitsplatzwachstum von rund 40 Prozent. Künftig will die Region auch für internationale Investoren noch attraktiver werden. Schließlich sind im Jahr 2011 die weltweiten Investitionen in die Branche um 17 Prozent auf 257 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Netzwerk zur Bündelung der Kompetenzen

Überall in der Metropolregion Hamburg arbeiten Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker am Erfolg der erneuerbaren Energien. Eine große Vielfalt von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen haben ihren Standort in der Freien und Hansestadt Hamburg. Diese reicht von Anlagen- und Komponentenherstellern über Projektierungs-, Installations- und Wartungsfirmen, Unternehmen in der Beratung, Zertifizierung, Finanzierung, Versicherung und Logistik bis hin zu Energieversorgern und -händlern.

Um die Zusammenarbeit in der Branche zu stärken und zu fördern, wurde das Branchennetzwerk („Cluster“) „Erneuerbare Energien Hamburg“ gegründet. Dieses organisiert eine Bündelung der weitgefächerten Kompetenzen der Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen. Außerdem schafft es Plattformen des Dialogs der Akteure untereinander und fördert Schnittstellen zu anderen Branchen – zum Beispiel in der Logistik.

Interregionale und internationale Zusammenarbeit

Immer mehr geraten die Sicherung der Einspeisungsmöglichkeiten und die Übertragung und Speicherung von Energie in den Fokus der europäischen Energiewirtschaft. So hat die Europäische Kommission Ende 2011 eine Strategie für den Ausbau der Energienetze sowie entsprechende Investitionen von neun Milliarden Euro beschlossen. Ende Mai 2012 kündigten die vier großen Stromnetzbetreiber der Bundesregierung im Netzausbauplan an, in den nächsten zwei Jahrzehnten 3.800 km neue Stromtrassen in Deutschland für die Energiewende zu bauen. Der Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Regionen in Deutschland, in Europa und der Welt ist deshalb für das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt.